TROCKENHEIT

Brandgefahr: Essen schickt Kontrollstreifen durch die Wälder

Über drei Stunden lang löschte die Feuerwehr den Waldbrand an der Korte Klippe im Essener Süden.

Über drei Stunden lang löschte die Feuerwehr den Waldbrand an der Korte Klippe im Essener Süden.

Foto: André Hirtz

Essen.   Noch steht die Ursache für das Feuer an der Korte Klippe nicht fest. Doch „Grün und Gruga“ sowie das Regionalforstamt wollen Bränden vorbeugen.

Das Feuer an der Korte Klippe über dem Essener Baldeneysee war ein erster Warnschuss und gleichzeitig ein Beleg dafür, wie hoch die Brandgefahr in Essens Wäldern aktuell im Frühjahr bereits ist. Noch steht nicht fest, wodurch das Feuer entfacht wurde, das 30 Einsatzkräfte über drei Stunden lang an dem schwer zugänglichen Hang im Süden der Stadt beschäftigt hat.

„Die Polizei ermittelt in Richtung einer möglichen Brandlegung“, sagt deren Sprecher Peter Elke, und die auf rund 10.000 Quadratmetern entstandenen Schäden sollen ebenfalls noch untersucht werden, kündigt Christina Waimann, Sprecherin bei „Grün und Gruga“ an.

Konsequenzen werden allerdings schon jetzt gezogen: Um ähnlichen Zwischenfällen vorzubeugen, schickt die Stadt in Absprache mit dem Regionalforstamt ab sofort und täglich jeweils ab 16 Uhr Streifen auf Kontrollgänge durch Essens Wälder.

Die Sonne erhitzte den nach Süden abfallenden Hang

Dies berichtete Christina Waimann am Mittwoch auf Nachfrage: „Wir wollen die Besucher für die Waldbrandgefahr sensibilisieren.“ Großflächig mag die vom Deutschen Wetterdienst mit Stufe 3 für Nordrhein-Westfalen angegeben werden – mit leicht abnehmender Tendenz. Experten des Regionalforstamtes schließen allerdings nicht aus, dass es in Essen durchaus kleinräumige „Hot Spots“ gibt, die die zweithöchste Waldbrandwarnstufe 4 durchaus schon verdienen.

So wie an der Korte Klippe, wo die Sonne in den vergangenen Tagen den nach Süden abfallenden Boden samt der trockenen Pflanzenreste des vergangenen Jahres über viele Stunden erhitzt und bis auf eine Tiefe von rund 80 Zentimetern ausgedörrt hat, wie Feuerwehrsprecher Mike Filzen nach Messungen der Stadt weiß. Es soll dort in den vergangenen Wochen schon mehrfach gequalmt haben, weiß Peter Elke. Doch die Feuerwehr habe die Polizei erst nach dem jüngsten Brand am Dienstagmorgen eingeschaltet.

Waldbrand: Feuerwehreinsatz an der "Korte Klippe"

Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen bei einem Einsatz in einem Wald an der "Korte Klippe" am Baldeneysee. [Video: André Hirtz]
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War es keine Selbstentzündung, genügte dort ein Funke aus einem Grill oder eine achtlos weggeworfene Zigarette, um das Feuer zu entfachen. Wer sich an dem beliebten Aussichts- und Treffpunkt hoch über dem Baldeneysee umschaut, dem drängt sich dieses Szenario geradezu auf: Die achtlos weggeschnippten Kippen auf dem Boden oder die zurückgelassenen Grillutensilien sind nicht nur in diesen Wochen kein Zeugnis verantwortungsvollen Handelns.

Keine Glasflaschen oder -scherben zurücklassen

Den Waldbesuchern die allgemeinen Spielregeln nahe bringen – das sollen deshalb die Kontrolldienste leisten, die sich jetzt auf die Pirsch machen. Dazu gehört unter anderem, beim Grillen 100 Meter Mindestabstand von Waldungen zu halten, keine entzündlichen Reste und auch keine Glasflaschen oder -scherben zurückzulassen, die unter Sonneneinstrahlung wie eine Lupe wirken können. Und dass bereits ab März ein Rauchverbot in Essens Wäldern herrscht, dürften auch die Wenigsten wissen.

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Die allgemeine Vorsicht dürfte wohl noch längere Zeit angesagt sein: Bis die natürliche Feuchtigkeit die Waldbrandgefahr wieder im Griff hat, braucht es nicht nur ein paar Schauer, wie sie für die nächsten Tage angesagt sind, sondern länger andauernde und erst recht ergiebige Regenfälle. „Denn die Böden“, sagt Mike Filzen, „sind furztrocken.“

>>>DIE STADT MAHNT ZUR VORSICHT

  • Die Stadt mahnt zur Vorsicht in Essens Wäldern und bittet darum, bestimmte Verhaltensregeln zu beachten:
  • Auf das Rauchen im Wald ist zu verzichten und aus Fahrzeugen sollten keine Zigaretten geworfen werden.
  • Die Waldzufahrten sollten für die Feuerwehr frei gehalten werden – für den Fall der Fälle.
  • Autos und Motorräder sollten nicht auf Gras abgestellt werden. Die Abwärme der Fahrzeuge kann Feuer entfachen.
  • Wenn es gefahrlos möglich ist, sollten kleine Entstehungsbrände sofort gelöscht werden.
  • Größere Brandherde sind sofort der Feuerwehr zu melden. Der Wald sollte dann auf kürzestem Weg verlassen werden.
  • Bei Zuwiderhandlungen droht nach Auskunft des Ordnungsamtes ein Bußgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro.

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