Coronavirus

Corona in Essen: Kontaktsperre kann dramatische Folgen haben

Coronavirus: Virologe über die Ansteckungsgefahr im Freien

Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko im Freien? Wie gefährdet sind Schwangere? Virologe Prof. Dr. Ulf Dittmer beantwortet Fragen zur Coronakrise.

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Essen.  Feuerwehr registriert deutlich weniger Rettungseinsätze nach Schlaganfällen und Herzinfarkten. Dahinter steht eine alarmierende Entwicklung.

Essener Rettungsdienste und Krankenhäuser registrieren seit Beginn der Corona-Kontaktsperre deutlich weniger Einsätze wegen Schlaganfällen und Herzinfarkten. Der Grund dafür ist so simpel wie im schlimmsten Fall lebensgefährlich: Die Notfälle haben nicht wirklich abgenommen, sie werden offenbar nur seltener entdeckt, weil die soziale Kontrolle plötzlich fehlt.

Deshalb hat Essens Feuerwehrsprecher Mike Filzen am Freitag einen dringenden Appell und eine Bitte an die Bürger gerichtet: "Achten Sie unter Wahrung des Abstandsgebotes und Beachtung der Hygieneregeln auf ihre Familienangehörigen, Nachbarn, Freunde und Fremde. Ein verschleppter Schlaganfall oder Herzinfarkt birgt ein wesentlich höheres Risiko als die Gefahr durch das Corona-Virus."

Am Telefon kann ein gesundheitliches Problem unbemerkt bleiben

Nach Rücksprache mit Essener Kliniken, die einen signifikanten Rückgang von neurologischen und kardiologischen Notfällen registrieren, kann Filzen nicht auszuschließen, dass bald vermehrt Menschen tot in ihren Wohnungen gefunden werden, die nicht mehr in der Lage waren, einen Notruf abzusetzen.

Ein wesentlicher Aspekt für diese erschreckende Entwicklung scheint für den Feuerwehrsprecher die ausbleibende soziale Kontrolle durch gegenseitige Besuche von Familie, Freunden oder Nachbarn zu sein. Selbst bei täglichen telefonischen Kontakten könne ein schweres gesundheitliches Problem unbemerkt bleiben.

Aus falscher Furcht vor dem Virus keinen Notruf absetzen

Möglich sei aber auch, dass Erkrankte den Notruf nicht wählen, weil sie sich davor fürchten, in eine Klinik eingewiesen und dort mit dem Corona-Virus infiziert zu werden. "Das ist falsch, ja sogar lebensgefährlich", betont der Feuerwehrsprecher: "Der Rettungsdienst und die Kliniken haben alle notwendigen Maßnahmen geplant und umgesetzt, so dass die Infektion eines transportierten und eingelieferten Patienten mit dem Virus verhindert werden kann."

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