Gesundheit

Der kleine Maksym braucht Hilfe für seine Krebsbehandlung

Erschöpft: Der kleine Maksym kommt gerade von einer Behandlung, als er sich für unser Foto mit seinen Eltern Alena und Juri Vats auf die Rutsche setzt.

Erschöpft: Der kleine Maksym kommt gerade von einer Behandlung, als er sich für unser Foto mit seinen Eltern Alena und Juri Vats auf die Rutsche setzt.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen.  Er galt als geheilt, doch nun ist der Krebs zurückgekehrt: Für seine Behandlung benötigt der kleine Maksym aus der Ukraine die Hilfe der Essener.

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Der zehnjährige Maksym stammt aus einem kleinen Dorf in der Ukraine, aber er hat viele Freunde in Essen: Vor vier Jahren haben sie mit ihren Spenden dafür gesorgt, dass der krebskranke Junge am Uniklinikum eine kostspielige Behandlung erhielt, die in seinem Heimatland so nicht möglich gewesen wäre. Dankbar und überglücklich verabschiedete sich die Familie mit dem geheilten Maksym aus Essen. Doch nun braucht der Junge erneut Hilfe: Der Krebs ist zurückgekehrt. Wieder einmal.

„Wir leben zwischen Hoffen und Angst“, sagte Alena Vats schon beim Abschied im Jahr 2015. Denn Maksym ist bereits seit dem Babyalter Krebspatient. Erst verlor er durch ein Retino-Blastom – einen bösartigen Tumor in der Netzhaut – nacheinander beide Augen. Dann wurde an seinem Kopf ein Rhabdomyosarkom entdeckt. Das ist jener Tumor in den Weichteilen, der vor vier Jahren am Uniklinikum Essen behandelt wurde.

Obwohl er blind ist, fährt er Fahrrad

Seither reiste die Familie regelmäßig zu Kontrollterminen nach Essen und gewann mehr und mehr Zuversicht. Die Werte seien immer gut gewesen, und Maksym habe sich trotz seiner Blindheit prima entwickelt, erzählt seine Mutter. „Er besucht eine normale Schule, kann lesen, schreiben, hat Freunde, mit denen er spielt, baut tolle Sachen aus Lego.“

Auf dem Smartphone hat Alena Vats einen kleinen Clip, der Maksym beim Radfahren zeigt: Er fährt einen schmalen Weg entlang, wendet souverän und radelt zurück. Nein, sie habe keine Angst, wenn sie ihn so sehe: „Ich erlaube ihm alles, damit er so sein kann wie die anderen Kinder.“

Es sollte nur eine Routineuntersuchung sein

Normalität – für Familie Vats ist das ein hohes Gut. Und so reisten in diesem Mai Vater Juri, Mutter Alena und Maksyms große Schwester Julia (12) gemeinsam nach Essen: eine Familienreise plus Arzttermin. „Sie hatten schon die Tickets für die Rückreise gebucht“, erzählt Ludmilla Wenz, die in Essen lebt und Maksym und seine Eltern seit den ersten Klinikaufenthalten kennt, sie zu Arztgesprächen begleitet, für sie übersetzt.

Es sei ein Schock für die Eltern gewesen, als diesmal der Befund kam: Maksym ist wieder an Krebs erkrankt, diesmal hat er einen Tumor an der Hirnhaut. Die Familie ist in einem der Häuser der Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V. untergebracht, die sich seit Jahren um den Jungen kümmert. Hier hat man Erfahrung mit hartnäckigen Erkrankungen, mit Rückfällen. „Aber ein so schlimmer Verlauf ist extrem selten“, sagt Sozialarbeiterin Jennifer Bontempo.

Die Behandlung wird mindestens 150.000 Euro kosten

Die jüngste Diagnose warf zudem die Frage auf, ob Maksyms junger Körper eine weitere Behandlung überhaupt überstehen würde. Die Drohung stand im Raum, dass er austherapiert sei, dass man nichts mehr für ihn tun könne. Inzwischen gibt es wieder Hoffnung: Der Tumor sei so abgekapselt, dass man ihn doch behandeln könne, und Maksym stabil genug, um Chemo- und Strahlentherapie sowie eine spätere Knochenmark-Transplantation zu überstehen. Ein Jahr lang soll die Behandlung dauern – und vermutlich mindestens 150.000 Euro kosten.

„Von den Spenden für Maksym war noch ein Restbetrag übrig geblieben, so dass die Behandlung sofort beginnen konnte“, sagt Lara Krieger von der Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder. Doch nun hoffe man, dass die Essener den kleinen Jungen in seinem schweren Kampf noch einmal unterstützen. Das Ehepaar Vats wohnt derzeit im Elternhaus des Vereins an der Kaulbachstraße, so nah an der Klinik, dass sie Maksym bei jedem Behandlungsschritt begleiten können. Tochter Julia ist in die Ukraine zurückgekehrt, wo sie nun vorerst bei der Großmutter lebt.

„Wir hoffen und beten für ihn“

Das ganze Team fühle in dieser schweren Zeit mit der Familie, sagt Jennifer Bontempo. Und Ludmilla Wenz ergänzt: „Maksym ist so ein tapferer Junge, so positiv eingestellt. Wir beten und hoffen, dass das Geld für seine Behandlung zusammenkommt.“

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