Dicke Luft – da sollten sich alle an die eigene Nase fassen

Jürgen Resch, der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, die wegen der zu hohen Stickoxidbelastung auch in Essen das Land NRW verklagt hat, will nur eines: Städte wie Essen sollen endlich die von der EU vorgegebenen Grenzwerte der krankmachenden Stickoxide einhalten. Wie Essen das macht, ist für ihn zweitrangig. Für ihn zählt nur eines: Dass die Luftverschmutzung nicht über das erlaubte Maß steigt. Wenn das jetzt nur mit Fahrverboten gehe, dann müsse das eben so sein.

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Jürgen Resch, der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, die wegen der zu hohen Stickoxidbelastung auch in Essen das Land NRW verklagt hat, will nur eines: Städte wie Essen sollen endlich die von der EU vorgegebenen Grenzwerte der krankmachenden Stickoxide einhalten. Wie Essen das macht, ist für ihn zweitrangig. Für ihn zählt nur eines: Dass die Luftverschmutzung nicht über das erlaubte Maß steigt. Wenn das jetzt nur mit Fahrverboten gehe, dann müsse das eben so sein.

Hinter dieser Erkenntnis steckt viel Frust. In Essen wie in anderen Metropolen werden seit 15 Jahren die Grenzwerte permanent überschritten. Seitdem heißt es auch im Rathaus, dass es eben dauert, bis beschlossene Maßnahmen greifen, dass noch etwas Zeit nötig sei.

Das hört man schon seit 15 Jahren. Dabei wurde auch immer auf Zeit gespielt, wurden Umweltzonen erst nach langem Hin und Her eingeführt und schließlich verschärft, als längst die eine Fahrzeug-Generation die andere ablöste – in der Hoffnung, dass die neuen Motoren viel sauberer werden.

Die Rechnung ging nicht auf. Der VW-Abgasskandal hat das auch hier deutlich gemacht. Verantwortliche mühen sich nun weiter, die Lösung des Problems anderen zuzuschieben. Städte wittern Verdacht, wenn der Bund ihnen mehr Kompetenzen geben will, obwohl der seine Hausaufgaben nicht gemacht habe. Und die Automobilindustrie verspricht immer noch viel und hält wenig.

Die Umweltschützer haben jetzt die Nase voll und ziehen vor Gericht. Sollte es deshalb am Ende auch hier zu Fahrverboten kommen, dann ist das auch ein Ausdruck politischen Versagens, weil zu spät gegengesteuert wurde und wird.

Fahrverbote sind vielleicht unvermeidbar geworden, aber sie sind die schlechteste Lösung. Eine gute wäre gewesen, viel mehr Essener mit einem vorbildlichen Nahverkehrs- und Radwegeangebot zum Umsteigen zu bewegen. Und auch wir Autofahrer sollten uns an die eigene Nase fassen und beim Pkw-Kauf uns nicht zu übergroßen, PS-protzigen Modellen verführen lassen, sondern darauf achten, was da hinten aus dem Auspuff kommt.

Am besten wäre es, wenn Ihr neues Auto gar keinen Auspuff hat.

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