Essen auf Zollverein

„Essen genießen“ bittet zur Gastromeile auf Zollverein

Wenn das Wetter passt, sprechen manche von der schönsten Gastromeile überhaupt. Nicht ganz zu Unrecht.

Wenn das Wetter passt, sprechen manche von der schönsten Gastromeile überhaupt. Nicht ganz zu Unrecht.

Foto: Foto: Kerstin Kokoska

Essen.  Vier Tage lang ab 29. August wird Zollverein zum Anziehungspunkt für Freunde von Gastromeilen. Zum ersten Mal gibt es ein Feuerwerk-Verbot.

Unter den großen Essener Gastromeilen ist sie die dritte im Bunde und für viele ist sie wegen der baulichen Atmosphäre die schönste: Mitten im Welterbe Zollverein wird am kommenden Wochenende zum zehnten Mal die Gourmetmeile „Metropole Ruhr“ über die Bühne gehen, die der Verein „Essen genießen“ veranstaltet. Zwei neue Namen hat Vorstand Rainer Bierwirth an Bord genommen: Der Löwe vom Kopstadtplatz und die Restauration Wasserschloss Wittringen aus Gladbeck geben ihr Debüt. Sie ersetzen das Meat aus Rüttenscheid, und das Don Carne, ein Restaurant aus Haltern.

Ansonsten finden sich die altbewährten Namen: Schloss Hugenpoet und Gummersbach geben sich ebenso die Ehre wie das La Grappa, Trüffel da Diego oder das La Turka. Überwiegend kommen die Unternehmen aus Essen, das immer noch die größte Dichte an Spitzenrestaurants im Ruhrgebiet aufweist.

Traditionell etwas volkstümlicher als die anderen großen Meilen in Essen

Traditionell hat die Gastro-Meile auf Zollverein ein etwas volkstümlicheres Angebot als ihre Pendants in der Innenstadt und in Rüttenscheid. Unter der Rubrik „Bergmannsgericht“ sind wieder Klassiker wie Himmel und Erde, Schnibbelbohneneintopf und Sauerbraten angekündigt, aber auch Feineres wie Heilbutt, Ochsenbäckchen und Austern ist den Karten der insgesamt 16 Restaurants zu entnehmen.

Dem Gourmet soll etwas geboten werden, dem Freund des Rustikalen aber auch. Wahrscheinlich kein schlechtes Konzept auf einem Welterbe, das sich mitten im Essener Norden befindet. Bier-, Café- und Eisstände sowie eine Cocktailbar gibt’s auch. Die Zeiten, da man preislich mit allen Angeboten unter der Zehn-Euro-Marke bleiben konnte, sind allerdings vorbei. Beim Bergmannsgericht ist das noch möglich, bei der anderen Hauptgerichten öfter nicht immer.

Livemusik und eine stimmungsvolle Lichtinstallation

An den vier Tagen von Donnerstag, 29. August, bis Sonntag, 1. September, gibt’s auch wieder Live-Musik, zehn Künstler und Gruppen sind angesagt und werden auf der Bühne zu sehen sein: Daisy, Williams Russ jr., Dennis LeGree, Rosanna Lück, Sir Jesse Lee Davis, Kejsi Rustja, Mr. Mambo Duo, Reginald Holden Jennings, Sophia Hufschmidt und die Albanese Music Band. „Zollverein bietet auch dafür die perfekte Kulisse“, schwärmt Bierwirth. In den Abendstunden soll die Zeche außerdem durch eine stimmungsvolle Lichtinstallation in Szene gesetzt werden.

Zur Tradition der „Metropole Ruhr“-Meile gehörte auch das Feuerwerk. Hier allerdings hat die Stiftung Zollverein in diesem Jahr ein Stoppschild gesetzt, das nicht nur für die Gastromeile gilt, sondern auch für andere private und öffentliche Feiern. „Wegen der enormen Trockenheit in diesem Jahr mussten wir dieses Verbot erstmals aussprechen“, erklärte eine Stiftungssprecherin.

Bedauern, aber auch Verständnis für Verbot des Feuerwerks

Vermutlich wird es dabei auch künftig bleiben, zu groß ist die Sorge, dass Gebäude Feuer fangen könnten. „Wir von Essen Geniessen bedauern die kurzfristige Absage sehr, haben allerdings absolutes Verständnis dafür“, so Bierwirth. „Die Sicherheit geht vor und einen Schaden am Essener Welterbe Zollverein zu riskieren, das will natürlich keiner.“

Apropos Sicherheit: Während die Innenstadtmeile einen immer größeren Aufwand an Straßensperrungen erfordert, hält sich dies auf Zollverein in Grenzen. Einige Beton-Riegel stehen ganzjährig, sodass hier keine großen Umbauten nötig sind. Bierwirth rechnet mit einem harmonischen Fest. Bleibt nur, auf das passende Wetter zu hoffen.

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