Stadtfest

„Essen Original“ soll nur 2018 auf Zollverein stattfinden

Die Verlegung des Stadtfestes „Essen Original“ soll nun doch ein einmaliger Vorgang bleiben

Die Verlegung des Stadtfestes „Essen Original“ soll nun doch ein einmaliger Vorgang bleiben

Foto: Stefan Arend

Essen.   Eine dauerhafte Verlagerung nach Zollverein, die EMG-Chef Richard Röhrhoff wollte, scheint für „Essen Original“ nicht durchsetzbar.

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Kommando zurück: Die Verlegung des Stadtfestes „Essen Original“ nach Zollverein soll nun doch im Jahr 2018 ein einmaliger Vorgang bleiben. Im Gespräch mit dieser Zeitung nahm der Geschäftsführer der Essener Marketing Gesellschaft (EMG) Richard Röhrhoff, seine Ankündigung zurück, dass die gemeinsame Veranstaltung mit dem NRW-Tag ein Testballon für den endgültigen Umzug auf das Welterbe-Gelände sein solle.

Zu begrüßen sei aber in jedem Fall, dass eine Diskussion um die Zukunft des Festivals begann. „Die dauerhafte Verlegung nach Zollverein war eine Idee, die diskutiert wurde“, erklärte Röhrhoff nun deutlich defensiver. Die Idee sei aber offenbar nicht realisierbar, und zwar nicht nur aus Gründen ungeeigneter Infrastruktur. „Die Stiftung Zollverein will das Fest schließlich auch gar nicht.“

Die Einzelhändler in der Innenstadt hatten einen Wegzug begrüßt, Skepsis bis Kritik kam aber aus der Ratspolitik. Auch hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die das Fest in der Innenstadt halten wollte.

Debatte um das Format des Stadtfestes soll weitergehen

Auch wenn sich eine dauerhafte Verlagerung von Essen Original nach Zollverein offensichtlich als nicht durchsetzbar erwies, soll die Debatte um das Format des Stadtfestes weitergehen. Das erklärte EMG-Geschäftsführer Richard Röhrhoff, der die gesamte Debatte und auch die Kritik an seinem Vorstoß im Grundsatz positiv sieht.

Es sei allerdings wichtig, dass nun über die Zukunft des Fests geredet werde, denn: „Wenn man 150.000 Euro Miese mit einer Veranstaltung macht, die im letzten Jahr abzüglich derer, die die Innenstadt sowieso besuchen würden, gerade mal 35.000 Menschen vor die Bühnen gelockt hat, kann etwas nicht stimmen.“

Röhrhoff will auch den Dialog mit der Bürgerinitiative „Rettet das Stadtfestival“ um Dirk Bußler suchen. Der kritisierte unter anderem, dass die EMG die Anlieger der Innenstadt bisher außen vor gelassen hatte bei den Planungen zum Stadtfestival.

„Der Spielort Zollverein wurde in diesem Jahr mit Blick auf den Kohle-Ausstieg gewählt“

Bei der Verlegung auf Zollverein in diesem Jahr soll es jedoch wohl bleiben: Denn, wie berichtet, will man Essen Original mit dem NRW-Tag, der in diesem Jahr auf Zollverein stattfinden soll, zusammenlegen. Der NRW-Tag findet alle zwei Jahre an wechselnden Orten statt, um die Gründung des Landes 1946 zu feiern. „Der Spielort Zollverein wurde in diesem Jahr mit Blick auf den Kohle-Ausstieg gewählt“, so Richard Röhrhoff über die Anfrage des Landes, über die im Übrigen noch nicht abschließend entschieden sei: „Wir haben momentan einen Prüfauftrag, in dessen Rahmen wir auch die Kosten ermitteln“, so Röhrhoff.

Finanzielle Aspekte spielen auch die Hauptrolle bei der Entscheidung, beide Feste vom 31. August bis zum 2. September zusammenzulegen. „Wir würden zwei Feste dieser Größenordnung in einem Jahr gar nicht stemmen können“, gibt Röhrhoff zu bedenken. „Und es wäre auch endlich wieder die Gelegenheit, einen vernünftigen Headliner nach Essen zu holen.“

Oberbürgermeister Thomas Kufen hatte zurückhaltend auf die Standortfrage reagiert

Auf Röhrhoffs Vorstoß, Essen Original dauerhaft nach Zollverein zu verlagern, hatten die Essener CDU und das Bürgerbündnis eher abwartend reagiert und den Probe-Charakter für das Jahr 2018 betont. SPD und Linke hatten sich gegen den Umzug ausgesprochen, nur die FDP stellte sich vorbehaltlos hinter Röhrhoffs Idee.

Oberbürgermeister Thomas Kufen hatte beim Jahresempfang des Einzelhandelsverbands ebenfalls eher zurückhaltend auf die Standortfrage reagiert, die gegenüber einer inhaltlichen Debatte von geringerer Bedeutung sei. „Es ist aus meiner Sicht wichtiger, über das Format zu diskutieren, so der OB. Richtig sei aber auch, die Gesamtkosten stärker in den Blick zu nehmen. „Wenn die Sicherheitsvorkehrungen tatsächlich mittlerweile mehr kosten als das Bühnenprogramm, dann stimmt etwas nicht“, sagte der OB.

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