Abfall-Entsorgung

Essen setzt auf „Mängelmelder“ per App gegen wilden Müll

Brigitte Norwidat-Altmann, Leiterin Stabsstelle Sauberkeit und Ordnung, OB Thomas Kufen und Uwe Unterseher-Herold, Geschäftsführer Entsorgungsbetriebe Essen, stellen die neue App vor.

Brigitte Norwidat-Altmann, Leiterin Stabsstelle Sauberkeit und Ordnung, OB Thomas Kufen und Uwe Unterseher-Herold, Geschäftsführer Entsorgungsbetriebe Essen, stellen die neue App vor.

Foto: André Hirtz

Essen.   Im Kampf gegen wilden Müll setzt die Stadt Essen ab sofort auf eine neue App: den „Mängelmelder“. Auch das Abräumen soll schneller gehen.

Im Kampf gegen wilden Müll auf den Straßen setzt die Stadt auf eine neue App. Die soll es den Bürgern „noch einfacher machen, illegal entsorgten Abfall zu melden“, sagte Oberbürgermeister Thomas Kufen, der den „Mängelmelder“ mit dem schönen Namen „Essen bleibt sauber“ am Freitag der Öffentlichkeit vorstellte.

Und so funktioniert’s: Wer auf Gehwegen, in Grünanlagen oder an Containerstandorten Unrat wie Sperrmüll, prall gefüllte Abfallsäcke oder alte Autoreifen entdeckt, kann der Stadt mit Hilfe der App den präzisen Standort übermitteln, dazu Fotos und eine kurze Beschreibung zusenden. Nach dem Absenden der Nachricht werden die Koordinaten automatisch mit dem Geo-Informationssystem der Stadt abgeglichen, so dass die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) einen Reinigungstrupp in Marsch setzen können.

In zwei bis maximal sieben Tagen soll der wilde Müll abgeräumt sein, verspricht EBE-Chef Uwe Unterseher-Herold. Handelt es sich um öffentliche Grünflächen, könnte der Müll sogar binnen 24 Stunden abgefahren werden, so OB Kufen. Dafür zuständig ist dann die Essener Arbeit- und Beschäftigungsgesellschaft (EABG), die über einen eigenen, 15 Mann starken Reinigungstrupp verfügt.

Meldungen über Müll auf privaten Flächen gehen direkt ans Ordnungsamt

Liegt der Unrat auf einer privaten Fläche, nimmt sich das Ordnungsamt dessen an. Sollte von dem Müll eine Gefährdung ausgehen, etwa durch Ratten, die sich daran satt fressen, „dann zögern wir nicht, sondern räumen ab“, sagt Unterseher-Herold. Dem Grundstückseigentümer winkt dann eine saftige Rechnung.

Die neue App ist Bestandteil des „Aktionsplans Sauberkeit“, mit dem Kufen dafür sorgen will, dass es auf den Straßen gepflegter aussieht. Mit dem Mängelmelder greift die Verwaltung auf eine Technik zurück, die bereits in anderen Städten angewendet wird, etwa in Gelsenkirchen. In einem mehrwöchigen Testlauf gingen von städtischen Mitarbeitern 1500 Meldungen ein.

Sämtliche Meldungen werden auf einem Stadtplan angezeigt.

Dennoch: „Es ist auch für uns spannend, was jetzt passiert“, so Kufen, der einräumt, dass es im Hause durchaus Bedenken gegen die neue Technik gab. Warum? „Wir machen auch öffentlich, was wir nicht schaffen.“ Sämtliche Meldungen sind über den Mängelmelder einsehbar, werden dort auf einem Stadtplan angezeigt. Und jeder kann verfolgen, wie weit die Stadt mit dem Abarbeiten ist.

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