Gewaltexzess

Essener Polizei vollstreckt Haftbefehle nach Gewaltexzess

Tatort Altendorf: Dieses Standbild stammt aus dem Video, das im Juni von dem Gewaltexzess auf dem Schulhof gefilmt wurde. Das Opfer liegt auf dem Boden, mehrere Tatverdächtige schlagen und treten brutal auf den Wehrlosen ein.

Tatort Altendorf: Dieses Standbild stammt aus dem Video, das im Juni von dem Gewaltexzess auf dem Schulhof gefilmt wurde. Das Opfer liegt auf dem Boden, mehrere Tatverdächtige schlagen und treten brutal auf den Wehrlosen ein.

Foto: OH

Essen.  Eine libanesisch-arabische Bande hatte einen 18-Jährigen übel zugerichtet und den Gewaltexzess gefilmt. Fast alle Verdächtigen sind in U-Haft.

Die Essener Polizei hat nach dem Gewaltexzess von Altendorf erste Fahndungserfolge erzielt: Die Bande junger libanesisch-arabischer Männer, die einen wehrlosen 18-Jährigen schlimm zugerichtet und schwer verletzt hat, befindet sich nach Informationen dieser Zeitung nahezu vollständig in Untersuchungshaft.

Bei den mutmaßlichen Tätern soll es sich um mindestens vier Männer aus Essener Clan-Familien sowie um einen „Iraner“ handeln. Die Essener Staatsanwaltschaft gibt sich weiterhin bedeckt, die Vollstreckung mehrerer Haftbefehle wird nicht bestätigt. „Zum laufenden Stand der Ermittlungen geben wir keine Auskunft“, sagte Oberstaatsanwältin Anette Milk.

Vier Festgenommene entstammen Essener Familienclans

Dem Vernehmen nach soll es sich bei vier der fünf Festgenommenen um jeweils ein Mitglied der Clans O. und E.-Z. und zwei Mitglieder des Familienclans S. handeln. Einer der beiden aus dem S.-Clan, so heißt es, sei gegen Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Angeblich hatte die Bande dem 18 Jahre alten Opfer, den Sohn eines Cocktailbar-Betreibers R. aus der nördlichen Innenstadt, auf einem Altendorfer Schulhof eine Falle gestellt. Dann fielen sie über ihn her und richteten ihn mit zahlreichen Fußtritten und Faustschlägen – häufig gegen den Kopf – übel zu. Besonders verstörend: Von dem Gewaltexzess wurde ein Handy-Video gedreht. Dem Vernehmen nach stammt es von einer jungen Frau, die als Lockvogel gedient haben soll. Eine verkürzte, knapp drei Minuten lange Fassung machte zuerst in der libanesisch-arabischen Community die Runde und später darüber hinaus.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung.

Zwischenzeitlich waren in dieser vertrackten Clan-Fehde Racheakte befürchtet worden. Sogar Clan-Größen aus Berlin sollen nach Essen geeilt sein, um den Verwandten im Ruhrgebiet beizustehen. Einer dieser Clan-Größen, Ashraf R., soll ein Vertrauter des Rappers Bushido sein.

Neues Video soll Versöhnung verfeindeter Familienclans zeigen

Inzwischen könnte es zu einer teilweisen Befriedung der Clan-Fehde gekommen sein. Ein neuerlich in Umlauf gebrachtes Video zeigt auf der einen Seite das Opfer des Gewaltexzesses, seinen Vater und Großvater sowie den Vater eines Tatverdächtigen. In einer Szene küssen sich der Vater des Opfers und der Vater des Tatverdächtigen.

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