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Essener Schrebergarten liefert Autorin Stoff für Debütroman

Die Essener Autorin Ulrike Hartmann steht im Grugapark. Die leidenschaftliche Schrebergärtnerin hat kürzlich ihr Buch "Liebe geht durch den Garten" veröffentlicht.

Die Essener Autorin Ulrike Hartmann steht im Grugapark. Die leidenschaftliche Schrebergärtnerin hat kürzlich ihr Buch "Liebe geht durch den Garten" veröffentlicht.

Foto: Ramona Richter

Essen.   Die Essenerin Ulrike Hartmann ist leidenschaftliche Schrebergärtnerin und hat ihren ersten Roman geschrieben: „Liebe geht durch den Garten“.

Die Kinderbuchillustratorin Anna Baumgarten ist ein Stadtmensch, von ihrem Mann für eine andere verlassen und alleinerziehende Mutter der beiden heranwachsenden Söhne Max und Anton. Als ihr die Decke ihrer Stadtwohnung auf den Kopf fällt, reift in ihr der Plan, eine verwilderte Kleingartenparzelle samt heruntergekommener Gartenlaube zu pachten. Dort verliebt sie sich in den blendend aussehenden Gartennachbarn Paul. Dies ist die Ausgangslage in Ulrike Hartmanns Debütroman „Liebe geht durch den Garten“ (320 Seiten, Diana, 9,99 Euro).

Die Autorin lebt seit zwanzig Jahren in Rüttenscheid und macht deutlich, dass die Heldin ihres Romans keineswegs ihr Alter Ego ist. „Das einzige, was mich verbindet, ist der Schrebergarten“, sagt die 52-Jährige, und erzählt, dass sie, die zweifache Mutter, seit 23 Jahren glücklich verheiratet und ein totaler Familienmensch sei.

Der Reiz, einen Roman zu schreiben, bestehe darin, Figuren erfinden zu können. Dann sei es ähnlich wie bei der Malerei. „Mit jedem Federstrich fängt das Bild an zu leben, das ist ein unglaublich schönes Gefühl.“

„Die Stadtbibliothek war mein zweites Zuhause“

Aufgewachsen ist Ulrike Hartmann in Ibbenbüren, der Bergbaustadt im nördlichen Münsterland. Schon von Kindesbeinen an sei sie eine „totale Leseratte“ gewesen. „Die Stadtbibliothek war mein zweites Zuhause, ich habe dort tonnenweise Bücher rausgeschleppt.“

Ihren Schrebergarten in Essen nennt sie augenzwinkernd „Schreib-Laube“. Für sie der ideale Ort, um völlig abzuschalten (übrigens auch das Smartphone) und kreativ zu sein. „Da habe ich meine Ruhe, da kann ich mich erden.“ Wenn sie in den Beeten wühle und Unkraut zupfe, kämen ihr die besten Ideen.

Das geschriebene Wort prägt auch Ulrike Hartmanns Berufsleben. Sie hat – als Verlagsassistentin und Lektorin – in Zeitschriften- und Buchverlagen gearbeitet, drei Jahre lang die Schreibwerkstatt geleitet und kreatives Schreiben unterrichtet, etwa im Beginenhof. Im Laufe der Zeit entwickelt sie eine Gabe, die für einen Schriftsteller unverzichtbar ist. „Ich habe ein gutes Empfinden für andere Menschen und für Schwingungen“, sagt sie.

Ein kurzweiliges Buch, das Frauen Mut macht

Anna Baumgarten, die Protagonistin ihres Romanerstlings, bekommt es unverhofft mit einer gefährlichen Rivalin namens Dr. Sabine Rodenberg zu tun, die ebenfalls um den attraktiven Paul buhlt und sich anschickt sie auszubooten. Über ihre Arbeitsweise als Schriftstellerin sagt Ulrike Hartmann: „Ich denke vorher sehr lange nach, bestimmt ein halbes Jahr.“ Erst wenn die Romanwelt im Geiste erschaffen sei, gehe es mit dem Schreiben los. Dass Figuren beim Schreiben freilich ein Eigenleben entwickelten und ausbrächen, überrasche sie so sehr, dass sie selbst erstaunt die Augen aufreiße.

„Liebe geht durch den Garten“ ist in erster Linie ein Mut machendes Buch über Frauen, die ihre eigenen Wege gehen, zu ihren Gefühlen stehen und an Statur gewinnen. Ein einfühlsames kurzweiliges Buch mit einem kräftigen Schuss Humor, in dem die Welt der Kleingartenvereine eine stimmungsvolle Kulisse abgibt. Der Balkon, die Terrasse oder ein lauschiges Plätzchen im sprießenden Frühlingsgarten bieten sich als Lektüre-Ort geradezu an.

>>> VON MÜNSTER ÜBER PARIS NACH ESSEN

  • Ulrike Hartmann, geboren 1966, hat in Münster, Berlin und Paris studiert. In Kalifornien hat sie als Interkulturelle Trainerin unterrichtet.
  • 2010 erschien ihr Sachbuch „Mutterschuldgefühl“im Südwest-Verlag.
  • Auf die Frage, welche Blumen besonders gut zu einem Liebesroman passen, sagt Ulrike Hartmann: „Da kann ich Ihnen die sinnliche Rose, das zauberhafte Vergissmeinnicht und das Tränende Herz nennen. Gibt es etwas Poetischeres?“

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