Radverkehr

Fahrrad-Parkplatz kostet bald acht Euro in Essen

In Düsseldorf freuen sich schon die ersten Anwohner über ein Fahrrad-Parkhaus vor ihrer Haustür. Essen folgt jetzt mit etwas Verspätung.

Foto: Monika Skolimowska/dpa

In Düsseldorf freuen sich schon die ersten Anwohner über ein Fahrrad-Parkhaus vor ihrer Haustür. Essen folgt jetzt mit etwas Verspätung. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Essen.   In Essen werden bald die Mietverträge für die ersten beiden Fahrrad-Parkhäuser unterschrieben. Sie sind für Anwohner reserviert.

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Es hat lange gedauert. In zwei Monaten werden die ersten Mieter den Schlüssel für die beiden Fahrrad-Parkhäuschen auf der Cäsarstraße in Rüttenscheid und auf der Savignystraße in Holsterhausen erhalten. Dann haben sie einen leicht zugänglichen und wetterfesten Standplatz für ihr Rad, das sie nicht mehr mühsam in den Keller tragen müssen. Nach vielen Gesprächen und Ortsterminen hat der künftige Vermieter ADFC die letzten Hürden genommen und gibt das Startsignal für den Bau der ersten Essener Fahrrad-Garagen, die ausschließlich für Anwohner bestimmt sind und im öffentlichen Raum aufgestellt werden.

Ein Fahrrad-Parkhaus kostet 10 000 Euro in Essen

Der Fahrradclub hat von der Stadt gerade die Sondernutzungserlaubnis bekommen. Eine Anwältin arbeitet den Mustermietvertrag aus und der Essener ADFC-Vorsitzender Jörg Althoff wird jetzt den Bauauftrag für die beiden Biker-Garagen an die Essener Arbeit-Beschäftigungsgesellschaft EABG vergeben.

Die zwölfeckigen, mutmaßlich grünen Garagen aus Lochblech haben einen Durchmesser von 2,90 Metern. Mit Hilfe eines drehbaren Karussells passen zwölf Räder rein. Auf Wunsch der künftigen Nutzer wird ein Hydraulikheber mit eingebaut, damit vor allem die schweren Pedelecs leichter gehoben und mit dem Vorderrad an einen Haken gehängt werden können. Das macht die Anschaffung etwas teurer, die pro Garage bei rund 10 000 Euro liegen wird. Eine Mini-Solaranlage sorgt dafür, dass eine kleine Lampe auch im Dunkeln für genug Licht sorgt.

Fahrradclub ADFC tritt erstmals als Vermieter auf

15 Interessenten stehen auf der Warteliste, weitere folgen. Der Fahrradclub konnte die Nutzer nicht vom geplanten Genossenschaftsmodell überzeugen und tritt selbst als Vermieter auf. „Starten werden wir mit acht Euro im Monat“, erklärt Althoff. „Und damit machen wir keine Gewinne.“ Die Einnahmen werden für Instandhaltungsrücklage und Versicherung benötigt. Bei geringerer Belegung kann sich die Miete erhöhen.

Die beiden Garagen werden aus dem Topf der „Grünen Hauptstadt“ finanziert. Für den Kauf weiterer Pavillons könnten Sponsoren, Stadtteilparlamente oder wieder die Stadt in Frage kommen. Der ADFC wartet das städtische Mobilitätskonzept ab, mit dem auch solche Projekte gefördert werden sollen. Althoff: „Mir wäre es am liebsten, wenn die Stadt die Häuschen aufstellt und selbst verwaltet.“ Er will erstmal Erfahrungen mit den ersten beiden Garagen sammeln, bevor weitere Standorte ausgesucht werden. Anfragen gibt es bereits für das Rüttenscheider Zentrum und den Isenbergplatz.

>>AUTOFAHRER WERDEN NICHT BENACHTEILIGT

Zum Start des Pilotprojektes hat der ADFC darauf geachtet, den Autofahrern nicht auf den Schlips zu treten. „Die werden nicht beschnitten“, hebt Althoff hervor. Kein einziger Autoparkplatz müsse geopfert werden.

Im Gegenteil: Auf der Cäsar­straße werden stattdessen öffentliche Fahrrad- Abstellbügel an einen anderen Platz verlegt. Und der Standort Savignystraße befindet sich auf einem Mittelstreifen. Dort parkt kein Fahrer.

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