Alarm

Filmdreh mit Waffen sorgt für Großeinsatz der Polizei Essen

Ein „Youtube“-Dreh mit Waffen sorgte für einen Großeinsatz der Essener Polizei.

Ein „Youtube“-Dreh mit Waffen sorgte für einen Großeinsatz der Essener Polizei.

Foto: Carsten Rehder

Essen.   Gestellter Überfall für Youtube nahm riskante Formen an: Polizisten zogen ihre Dienstwaffen. Jugendliche folgten ihren Anweisungen – zum Glück.

An der Frohnhauser Straße in Essen haben sich am Dienstag wahrlich filmreife Krimi-Szenen abgespielt, als ein angeblicher Überfall mit Waffen auf einen dortigen Kiosk für einen Großeinsatz der Polizei und eine brisante Lage sorgte.

Nachdem Zeugen Alarm geschlagen hatten, dass „maskierte und bewaffnete Männer gerade den Kiosk an der Frohnhauser Straße 359! überfallen und die Räuber noch im Laden sind“, fuhren ein Dutzend Streifenwagen zum Einsatzort, sperrten die Straße und Bürgersteige, stoppten den Auto- und Straßenbahnverkehr. Plötzlich stürmten zwei Maskierte aus dem Kiosk, in den Händen eine Schusswaffe.

Die Beamten griffen zu ihren Dienstwaffen – doch glücklicherweise folgten die beiden mutmaßlichen Räuber sofort ihren Befehlen. Die 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen ließen ihre Waffen los, legten sich mit dem Gesicht auf den Boden und riefen aufgeregt: „Das ist nur ein Videodreh. Das ist nur Spaß.“

Einsatzkräfte reagierten gar nicht amüsiert

Gar nicht amüsiert reagierten die Einsatzkräfte, die unter Waffenandrohung weitere Personen aufforderten, den Kiosk zu verlassen. Die Männer (36, 15, 21, 29 und 48 Jahre alt) wurden ebenfalls festgesetzt. Zwei der Beteiligten (29,36) zeigten allerdings keinerlei Verständnis für die polizeilichen Maßnahmen und verhielten sich verbal aggressiv gegenüber den Einsatzkräften. Noch vor Ort konnte ermittelt werden, dass der 29-Jährige sich als sogenannter Youtuber bezeichnet, der seinen „Followern“ Filme andient.

Aus dem Dreh am Montag wurde allerdings nichts mehr: Die mutmaßlichen Softairwaffen, die Maskierungen und die Kamera stellten die Beamtinnen sicher und schrieben später eine Anzeige gegen die Schauspieler, die Helfer, den Kioskbetreiber und den Youtuber.

Bis zum Ende der Maßnahmen schienen einige der Erwachsenen nicht verstanden zu haben, in welch große Gefahr sie die Jugendlichen gebracht haben, sagte Polizeisprecher Peter Elke, der ob des Verhaltens der Protagonisten nur verständnislos den Kopf schütteln kann.

Denn es geht auch anders, betont die Behörde: Professionelle Filmemacher, die Videosequenzen oder andere öffentliche Aufführungen planen, ersuchten die Behörden bislang regelmäßig um Erlaubnisse und wiesen auf mögliche problematische Situationen hin, die in der Öffentlichkeit falsch verstanden werden könnten. All das ist in dem aktuellen Fall nicht passiert. (j.m.)

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben