Klimaschutz

Für die Umwelt: Essener Firma führt die Vier-Tage-Woche ein

Der Solarunternehmer Markus Borowski auf dem Firmendach, wo eine Solaranlage installiert ist. Der Firmenchef leistet gleich mehrere Beiträge zum Klimaschutz.

Der Solarunternehmer Markus Borowski auf dem Firmendach, wo eine Solaranlage installiert ist. Der Firmenchef leistet gleich mehrere Beiträge zum Klimaschutz.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen.   Das Solarunternehmen Borowski will den Mitarbeitern freitags die Pendelei zum Arbeitsplatz ersparen und so einen Klimaschutz-Beitrag leisten.

Markus Borowski ist Unternehmer und in dieser Rolle auch Klimaschutzaktivist. Seine Firma, die Borowski GmbH & Co.KG in Essen-Dellwig, baut nicht nur Solaranlagen auf Dächer von Kunden. Schon allein das würde den „Solarbauer“, wie er sich nennt, als umweltfreundlich auszeichnen. Nein, Borowski hat sein gesamtes Unternehmen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Monteure fahren mit strombetriebenen Fahrzeugen auf die Baustellen. Der Strom dafür kommt aus der firmeneigenen Photovoltaikanlage, die einen Batteriespeicher speist. Auch ein Blockheizkraftwerk liefert der Firma Energie. Und das Gas, das die Firma braucht, besorgt sie sich von einer Biogasanlage.

Doch umweltbewusste Mobilität fängt für den Unternehmer Borowski nicht erst am Werkstor an, wie er sagt. Deshalb geht er jetzt einen eher ungewöhnlichen Weg: Er führt die Vier-Tage-Woche für seine 20 Mitarbeiter ein. Künftig fällt der Freitag als Arbeitstag weg. Die fünf Arbeitsstunden, die bislang am Freitag anfallen, verteilen sich dann auf Montag bis Donnerstag. Statt 7,75 Stunden müssen die Mitarbeiter 9 Stunden am Tag arbeiten, haben aber mit drei Tagen immer ein langes Wochenende. Borowski sieht das in erster Linie als einen Klimaschutzbeitrag. Denn damit sparen seine Mitarbeiter einen Tag in der Woche die Pendelei zum Arbeitsplatz. Auch so manche An- und Abfahrten vom Betrieb zum Kunden verringern sich. „Wir produzieren damit 20 Prozent weniger Verkehr“, sagt Borowski und schätzt, dass pro Woche bis zu 600 Kilometer Arbeitsweg den Mitarbeitern und damit der Umwelt erspart bleiben.

Zuschuss des Unternehmens beim Umstieg auf Fahrrad oder ÖPNV

Mit der Idee geht Borowski schon länger schwanger. Doch noch vor zwei Jahren habe es einen Teil der Mitarbeiter gegeben, die dem Modell eher ablehnend gegenüber standen. Mittlerweile aber habe sich die Stimmung im Unternehmen gedreht. Ab September will Borowski mit der Vier-Tage-Woche starten. Den Unternehmer treibt dabei jedoch der Umweltschutzgedanke nicht allein: „Die Arbeit unserer Monteure vor Ort ist anstrengend. Mit einem langen Wochenende haben sie eine längere Regenerationszeit“, meint Borowski. Er hofft, dass sich das positiv auf den Krankenstand der Belegschaft auswirkt. Und er hofft, dass sich sein Arbeitszeitmodell herumspricht und neue Mitarbeiter anlockt. „Beim Gehalt können wir nicht immer mithalten. Aber ich denke, eine Vier-Tage-Woche könnte für so manchen Arbeitnehmer attraktiv sein.“

Diese ist im Übrigen nicht der einzige Beitrag zur Mitarbeitermobilität, den Borowski parat hält. Er will seine Mitarbeiter auch dazu bringen, das Auto für den Arbeitsweg stehen zu lassen und dafür auf Rad, Bus und Bahn oder bald auch Elektroroller umzusteigen. Dafür zahlt er bis zu 100 Euro Zuschuss im Monat. Das kann ein Beitrag fürs Jobfahrrad sein, oder das Bahnticket. Auch Fahrgemeinschaften werden unterstützt. Alles, was diese Summe übersteigt, übernimmt der Chef immerhin noch zu 50 Prozent.

Borowski, der das Unternehmen in der zweiten Generation führt, hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Er will die Kohlendioxid-Emissionen in seinem Betrieb bis zum Jahr 2025 um 90 Prozent reduzieren.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben