Gewalt

Fußball-Gewalt – Essener Sportbund will jetzt durchgreifen

Erst im März hatte der Essener Sportbund – hier auf dem Bild Michael Kurzt vom Kreis 13, Espo-Chef Wolfgang Rohrberg und Michael Kurtz von den Sport- und Bäderbetrieben – 70 Vereine zum Krisengespräch gebeten.

Erst im März hatte der Essener Sportbund – hier auf dem Bild Michael Kurzt vom Kreis 13, Espo-Chef Wolfgang Rohrberg und Michael Kurtz von den Sport- und Bäderbetrieben – 70 Vereine zum Krisengespräch gebeten.

Foto: WAZ

Essen.   Nach den jüngsten Ausschreitungen im Essener Amateurfußball wurden die Beteiligten einbestellt. Vereinen, die das Problem nicht in den Griff kriegen, droht der Ausschluss.

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Die jüngsten Gewaltausbrüche im Essener Amateurfußball sollen für Spieler und Vereine nicht ohne Konsequenzen bleiben. Dies kündigte der Geschäftsführer des Essener Sportbundes (Espo), Wolfgang Rohrberg, im Gespräch mit der WAZ an. „Ich bin der Meinung, dass wir jetzt handeln müssen“, so Rohrberg.

Am vergangenen Wochenende war es zum wiederholten Male bei Fußballspielen zu tätlichen Übergriffen gekommen. Der Espo hat die Beteiligten deshalb gemeinsam mit den Sport- und Bäderbetrieben für Anfang November zu einer Anhörung einbestellt. Laut Rohrberg soll geprüft werden, ob die neue städtische Satzung für die Nutzung von Sportplätzen und Sporthallen ihre Anwendung findet. „Wir wollen uns nicht länger allein mit der Sportgerichtsbarkeit zufrieden geben“, betont der Espo-Geschäftsführer.

Die Satzung war angesichts einer Reihe von Gewaltvorfällen erst im August dieses Jahres verschärft worden. Wörtlich heißt es darin: „Es insbesondere verboten, auch und vor allem bei Fußballspielen, eine andere Person körperlich zu misshandeln oder an der Gesundheit zu schädigen oder eine andere Person zu nötigen, zu beleidigen oder zu diskriminieren.“

Hausverbote, Platzsperren oder der Ausschluss aus dem Espo

Bei Zuwiderhandeln drohen Hausverbote, Platzsperren oder der Ausschluss aus dem Espo. Ein solcher hätte für den betroffenen Verein gravierende Folgen; auf dem Spiel stehen nicht nur finanzielle Zuschüsse etwa für die Jugendarbeit, sondern die Mitgliedschaft im Fußballverband und damit die Teilnahme am Spielbetrieb.

Sämtliche Vereine haben eine entsprechende Verpflichtungserklärung unterzeichnet. „Jede Attacke ist eine zuviel“, heißt es in der Präambel. Geändert hat sich offenbar nichts, stellt Rohrberg ernüchtert fest. Trauriger Höhepunkt am vergangenen Wochenende: Nach der Kreisligapartie zwischen Tusem Essen und dem ESC Preußen erlitt ein Betreuer nach einem vorsätzlichen Tritt ins Gesicht schwere Prellungen und eine Gehirnerschütterung.

„Wir wollen unsere Fußballplätze sauber haben“

Am selben Tag wurde das Spiel zwischen der U 21 des FC Alanya und SF Altenessen III beim Stand von 1:4 abgebrochen, nachdem Alanya-Spieler aufeinander losgegangen waren. Ende September endete eine Partie in der Kreisliga C zwischen Yurdum Spor Essen und DJK Winfried Kray auf der Sportanlage Am Krausen Bäumchen in Rellinghausen vorzeitig nach Tumulten und einem Großeinsatz der Polizei.

Vorfälle wie diese dürfen sich nicht wiederholen, betont Rohrberg: „Wir wollen unsere Fußballplätze sauber haben.“

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