Getränkehandel

Getränkelieferdienst Flaschenpost.de expandiert nach Essen

Uwe Verhasselt belädt ein Flaschenpost-Fahrzeug. Die Firma hat in Kray ein neues Lager eröffnet.

Uwe Verhasselt belädt ein Flaschenpost-Fahrzeug. Die Firma hat in Kray ein neues Lager eröffnet.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Essen.  Getränkebestellung per Mausklick: Das Start-up Flaschenpost beliefert nun auch Kunden in Essen. Andere Getränkehändler experimentieren ebenfalls.

Das Getränke-Start-up Flaschenpost mischt gerade den deutschen Getränkehandel auf und ist dabei auf rasantes Wachstum aus. Seit wenigen Tagen gehört nun auch Essen zum Liefergebiet des Münsteraner Unternehmens. In der Centrumstraße in Kray hat Flaschenpost ein 7500 Quadratmeter großes Lager angemietet und bedient von hier aus das gesamte Stadtgebiet.

Die Idee hinter Flaschenpost ist simpel. Kunden bestellen im Internet ihre Getränkekisten und bekommen sie binnen zwei Stunden bis vor die Wohnungstür geliefert. Ohne Aufpreis. Bezahlt wird per Paypal oder Einzugsermächtigung. Auch um das Leergut kümmert sich Flaschenpost. Revolutionär ist die Idee zwar nicht, schon seit vielen Jahren bieten Getränkehändler ihren Kunden an, die Bier- oder Wasserkisten zu ihnen nach Hause zu liefern. Das strikte Lieferversprechen von zwei Stunden, mit dem Flaschenpost wirbt, gibt es so aber bislang bei der Konkurrenz nicht.

Entsprechend personalintensiv ist das Geschäftsmodell von Flaschenpost. Mit rund 40 Fahrzeugen ist der Lieferdienst in Essen gestartet. 100 sollen es perspektivisch sein. Auf den Flaschenpost-Wagen wirbt der Lieferdienst auch in Essen um neue Mitarbeiter. Man zahle über Mindestlohn und biete zudem ein Prämiensystem an, betont Regionalleiter Patrick Buchholz.

Flaschenpost sucht neue Mitarbeiter

Bei einem Lieferzeitfenster von 9 Uhr morgens bis 23 Uhr abends ergäben sich zudem flexible Arbeitszeiten. Flaschenpost hofft, auch Studenten als Fahrer zu gewinnen. Essen als Universitätsstandort sei daher interessant, so Buchholz. In Hamburg geriet Flaschenpost vor einiger Zeit in Lieferprobleme, weil es nicht genügend Kuriere fand.

An elf Standorten hat Flaschenpost bereits Lager, im Ruhrgebiet ist es schon in Bochum, Duisburg und Dortmund präsent. Die Frage nach den typischen Kunden treibt Buchholz ein Lächeln auf die Lippen. Den gäbe es so nicht. Im Grunde spreche Flaschenpost all diejenigen an, die sich das Kistenschleppen sparen wollten, heißt es.

Essener Händler Getränkewelt kooperiert mit Durst.de

Bislang spricht Flaschenpost von 40.000 Bestellungen pro Woche, die das Unternehmen an allen Standorten erreichen. Ausgeliefert wird in Essen mit klassischen Dieselfahrzeugen. Ein Umweltproblem sieht Flaschenpost darin nicht. Denn pro Tour würden fünf bis zehn Kunden bedient. Das sei allemal besser, als wenn sich jeder Einzelne ins Auto schwinge und zum Getränkemarkt fahre, heißt es. Außerdem liefen schon Tests mit Elektrofahrzeugen.

Ob sich der Getränkehandel per Online-Klick durchsetzt, wird sich erst beweisen müssen. Auch der Getränkegroßhändler HSE, zu dem die Getränkewelt-Märkte gehören, experimentiert seit einigen Monaten damit. Getränkewelt hat sich keinen eigenen Online-Shop aufgebaut sondern kooperiert mit der Bestell-App Durst.de. Die selbstständigen Getränkewelt-Händler könnten sich dem Vertriebsweg anschließen, sagt Michaels Hammelsbeck, Einkauf- und Marketingleiter bei HSE. Von 20 Märkten in Essen machen jedoch erst zwei mit. Der Großteil ist noch zurückhaltend. Im Dezember gestartet, sei das Geschäft momentan noch eher mühselig, räumt Hammelsbeck ein. Es sei längst noch nicht absehbar und ausgemacht, ob sich der Getränkehandel nach dem Vorbild von Flaschenpost & Co. verändert. „Wir wissen nicht, was in Zukunft passiert“, sagt Hammelsbeck. Aber man wolle Konkurrenten wie Flaschenpost auch nicht einfach das Feld überlassen, zumal, wenn es so gelinge, neue Kunden zu gewinnen.

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