Gift-Shredder

Gift-Shredder: Proben ergeben keine Hinweise auf PCB

Das Gelände der ehemaligen Firma Richter ist nun von Zaun und Mauer umgeben, damit dort niemand mehr Sondermüll abladen kann.

Das Gelände der ehemaligen Firma Richter ist nun von Zaun und Mauer umgeben, damit dort niemand mehr Sondermüll abladen kann.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Kray.   Mauer und Zaun sichern das Krayer Gelände der früheren Firma Richter, da zuletzt dort illegal Sondermüll landete. Stadt liegt Bodengutachten vor.

Erst haben Bürger jahrelang gegen den Gift-Shredder und die damit verbundene PCB-Belastung in Kray gekämpft. Seitdem die Recyclingfirma Richter nun ihre Standorte vor rund zwei Jahren an der Joachimstraße und Rotthauser Straße geschlossen hat, müssen die Krayer mit ansehen, wie Sondermüll illegal auf dem brach liegenden Gelände abgeladen wird. Die Politik hinterfragte zudem, was mit Blick auf die kontaminierten Böden zum Schutz der Bürger und Umwelt getan werde.

Das Firmengelände werde derzeit neu erschlossen, zudem hätten die Erdarbeiten begonnen, antwortet die Stadt jetzt. Für dieses Areal liegt der Unteren Bodenschutzbehörde ein Bodengutachten vor. Dieses stammt von April 2018. Demnach lägen die festgestellten Schwermetallgehalte in einem Bereich, der eine Nutzung als Gewerbe nicht einschränke.

Die untersuchten Proben hätten zudem keine Hinweise auf eine PCB-Belastung des Bodens ergeben, so dass es keine Anhaltspunkte dafür gebe, „dass PCB-haltiger Schlamm vom Betriebsgrundstück der ehemaligen Firma Richter auf das Baugrundstück gelangt ist“.

Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Gift-Shredder in Kray demonstrierten immer wieder und machten auf die erhöhte PCB-Belastungen im Stadtteil aufmerksam. Sebastian Konopka left Einschränkungen haben vor allem die benachbarten Krayer Kleingärtner jahrelang hinnehmen müssen, knapp 1800 Haushalte waren betroffen, da lange Zeit eine Empfehlung galt, manche Gemüsesorten nicht zu essen. Kaum atmeten sie nach der Schließung der Recyclingfirma auf, nutzten andere das frei zugängliche Gelände als Müllkippe, so beschrieb es CDU-Bezirksvertreter Klaus-Dieter Feige. Und da sich dort auch asbesthaltiger Sondermüll türmte, forderte die Politik die Stadt auf, das frühere Betriebsgelände absichern zu lassen.

Das Umweltamt habe den jetzigen Eigentümer zwischenzeitlich bereits angeschrieben und aufgefordert, die Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen und vorzubeugen, damit Müllsünder nicht mehr auf das Gelände kämen. Genau das sei laut Stadt inzwischen geschehen. Jetzt sichern Tore und Mauern das Grundstück. Auf der Zufahrtsstraße ist eine Schranke angebracht worden. Säcke mit künstlichen Mineralfaserabfällen sollten fachgerecht entsorgt werden.

Nun soll laut Stadt auf dem Grundstück eine neue Halle mit Bürogebäude entstehen.

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