Luftverschmutzung

In Essen werden immer noch zu viele Stickoxide gemessen

Auf der Gladbecker Straße hat es im vergangenen Jahr keine Trendwende gegeben. Im Gegenteil: Dort nahm die Stickoxidbelastung sogar leicht zu.

Auf der Gladbecker Straße hat es im vergangenen Jahr keine Trendwende gegeben. Im Gegenteil: Dort nahm die Stickoxidbelastung sogar leicht zu.

Foto: STEFAN AREND

Essen.   Bis März liegen für Essen alle Ergebnisse der Stickoxidmessungen vor. Für den Standort Gladbecker Straße gibt es schon jetzt keine Entwarnung.

Erst vor wenigen Wochen gab der TÜV Rheinland in seinem Abschlussbericht auch für Essen grünes Licht. Eine detaillierte Prüfung ergab, dass die Luftmess-Standorte die Vorgaben nach der Bundesimmissionsschutzverordnung erfüllen. Lediglich die Messstation an der Steeler Straße steht zu nahe an einer Verkehrskreuzung. Deren Messwerte werden aber für die aktuelle Bewertung der Luftverschmutzung nicht berücksichtigt, versichert das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (Lanuv), sondern dienen vielmehr der Langzeitbetrachtung.

Mit dem Gutachten des TÜV gibt es auch keine Bedenken mehr, die Stickoxid-Messungen des Vorjahres bei der Aktualisierung des Luftreinhalteplanes zu verwenden. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen müssen in diesen Plan auch ab Sommer gültige Fahrverbote für viele Diesel-Fahrzeuge und alte Benziner in 18 Essener Stadtteilen und auf dem Essener Abschnitt der Autobahn A40 aufgenommen werden, weil der seit langem überschrittene EU-Grenzwert für Stickoxide von 40 Mikrogramm anders nicht kurzfristig eingehalten werden könne (dagegen hat das Land NRW Berufung eingelegt).

Stadt Essen will Diesel-Fahrverbote vermeiden

Die Stadt Essen und die für den Luftreinhalteplan zuständige Düsseldorfer Bezirksregierung setzen darauf, auch ohne Fahrverbote eine Verringerung der Luftbelastung zu erreichen.Ob es dafür Anzeichen gibt, soll auch der aktuelle Luftmessbericht 2018 zeigen. Bis auf die Gladbecker Straße (wo sich die Situation sogar verschlechtert hat) wird an allen Standorten, bei denen bisher überhöhte Stickoxid-Werte festgestellt wurden, mit Hilfe von Passivsammlern gemessen. Die Schadstoffe sammeln sich in einem Röhrchen an und werden in regmäßigen Abständen ans Labor geschickt. Hier sollen die Ergebnisse bis März vorliegen, erklärt Lanuv-Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia.

Im Mess-Container Gladbecker Straße wird dagegen der jeweils aktuelle Stickoxid-Wert kontinuierlich gemessen. Daher gibt es hier bereits einen vorläufigen Bericht. Und der zeigt zumindest an der Gladbecker Straße doch keine deutliche Trendwende an. Im Gegenteil: Die Stickoxidbelastung verschlechterte sich dort 2018, wenn auch geringfügig, um einen Mikrogramm auf 42 Mikrogramm.

Keine Trendwende auf der Gladbecker Straße

Damit zählt der Essener Standort neben zwei Stationen in Hagen und Dortmund zu den wenigen der 59 Lanuv-Messstationen mit automatischer Stickoxid-Messtechnik, bei denen im Vorjahr die Grenzwertüberschreitung sogar zunahm.

Die Essener Stadtspitze setzt darauf, dass bald die Pläne der Bundesregierung umgesetzt werden, erst ab 50 Mikrogramm Fahrverbote zuzulassen. Dann wären im Essener Stadtgebiet keine Beschränkungen nötig. Denn nach dem Luftmessbericht von 2017 wurde dieser Wert an keinem der zehn Essener Messpunkte erreicht.

>>ZU VIELE STICKOXIDE AN JEDEM ZWEITEN MESSPUNKT

  • Im Jahre 2017 wurde an jedem zweiten Essener Messpunkt der Stickoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm überschritten.
  • Am höchsten war die Belastung an der Hausacker Straße in Frohnhausen nahe der A40 (49 Mikrogramm), gefolgt von den Standorten Alfredstraße (47), Krayer Straße (45), Gladbecker Straße und Brückstraße (je 41).
  • An den Standorten Vogelheim (27), Schuir (31), Abteistraße (38) Hombrucher- und Steeler Straße (37) wurde der Grenzwert teils deutlich unterschritten.
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