Kino und Konzert

Jagd auf 007: Großes Kino mit James Bond in der Philharmonie

Der erste und für viele immer noch der beste Bond-Darsteller: Sean Connery. Für den Geheimagenten wurde in der Philharmonie Essen die große Leinwand ausgerollt.

Der erste und für viele immer noch der beste Bond-Darsteller: Sean Connery. Für den Geheimagenten wurde in der Philharmonie Essen die große Leinwand ausgerollt.

Foto: Sven Thielmann

Essen.   „Goldfinger“ in der Philharmonie: Das Deutsche Filmorchester Babelsberg lud zur „Nacht mit James Bond“ und spielte die größten 007-Musikerfolge.

In seinen Kindertagen untermalte das 1918 gegründete UFA-Sinfonieorchester so legendäre Stummfilme wie Fritz Langs „Metropolis“ (1926) oder Walter Ruttmanns „Berlin, Symphonie einer Großstadt“ (1927) musikalisch. Heute firmiert es nach einen wechselvollen Geschichte als Deutsches Filmorchester Babelsberg und ist nicht nur in zahllosen Kino- und Fernseh-Produktionen zu hören, sondern auch mit spannenden Konzert-Projekten regelmäßig auf Tournee.

Am Osterwochenende feierte das Ensemble unter Leitung von Christian Schumann in der Philharmonie zunächst nachmittags „Arielle, die Meerjungfrau“ in Cinemascope. Um sich abends dann auf die „Jagd nach 007“ zu begeben, was zu einer faszinierenden „Nacht mit James Bond“ geriet. Wobei die Dramaturgie der klanggewaltigen Scores der visuellen Inszenierung der Action-reichen Agentenfilme in nichts nachstand und sich als hochspannendes Kondensat der packendsten Szenen aus 50 Jahren aberwitziger Doppelnull-Aktivitäten erwies.

Prügeleien und Explosionen – einfach spektakulär

Eine grandiose Leistung, wie stimmig die Arrangeure Nicholas Dodd, Nic Raine und Jan Angermüller die famosen Soundtracks von John Barry und David Arnold für die konzertante Präsentation verdichtet hatten. Man staunte über die unglaubliche Präzision der Babelsberger, die quer durch alle Instrumentengruppen perfekt das Momentum trafen, was sich vor allem bei den Bläsern in faszinierender Brillanz zeigte.

Und was gab es da nicht alles zu hören! Monty Normans unverzichtbares „James Bond Theme“ natürlich oder „Liebesgrüße aus Moskau“, die Dennis LeGree mit grandiosem Schmelz in der Stimme ausrichtete. Und als erstes Highlight „A Portrait of Bond“ mit einem bunten Potpourri großer John-Barry-Themen der frühen Jahre. Samt rasant geschnittener Bond-Momente auf großer Leinwand als Tour de Force durch Prügeleien, Zockereien und Explosionen – einfach spektakulär.

Bildgewaltige Panzerfahrt durch St. Petersburg

Dann gab Tertia Botha souverän die Diva mit Shirley Basseys Welt-Hit „Goldfinger“, überschlugen sich die Erinnerungen dank weiterer Filmausschnitte, bis die „Jagd auf 007“ mit dessen berühmter Panzerfahrt durch St. Petersburg aus „Golden Eye“ auf den Kopf gestellt wurde. Da zeigte sich erstmals, was im zweiten Teil des Abends mit dem Schwerpunkt „Skyfall“ von 2012 zur Gewissheit wurde: Die Macht der Bilder überlagerte da doch allzu oft die Klangpracht, die folglich nur noch eine, freilich ungemein wichtige, Nebenrolle spielte.

Und dennoch: Es war großes Kino, das jeder Bond-Fan erlebt haben sollte.

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