Konzert

Kris Kristofferson liefert in Essen eine coole Show ab

Kris Kristofferson ist in die Jahre gekommen. Doch ist er erst mal in Fahrt, versprüht seine Stimmte immer noch den Charme des Wilden Westens.

Foto: ANDRE HIRTZ

Kris Kristofferson ist in die Jahre gekommen. Doch ist er erst mal in Fahrt, versprüht seine Stimmte immer noch den Charme des Wilden Westens. Foto: ANDRE HIRTZ

Essen.   Country-Legende Kris Kristofferson spielt in der Lichtburg seine großen Hits ohne großes Brimborium. Publikum verzeiht ihm kleine Schnitzer.

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Wenn je ein Musiker in der Lichtburg am rechten Platz war, dann jetzt Country-Legende Kris Kristofferson, der auch als Filmschauspieler („Convoy“) einige Meriten genießt. Und was soll man sagen – der Mann mit dem in Ehren verwitterten Gesicht ist auch mit bald 82 Jahren ein Entertainer eigener Gnaden.

Was er grandios vor nahezu ausverkauftem Saal mit drei Begleitern demonstrierte, die von den zahlreich anwesenden Kennern wohl sofort als „The Strangers“, die letzte Band von Merle Haggard, identifiziert wurden. Nun, Doug Colosio lieferte am Keyboard dezente Blockakkord-Fundamente, während Jeff Ingraham derart stoisch die allfälligen Hoppel-Beats klopfte, dass jeder Jazz-Drummer ob der Unter-Komplexität schier verzweifelt wäre.

Jahre sind nicht spurlos vorbeigegangen

Der perfekte Background für die lakonischen Songs von Kris Kristofferson, der nicht immer ganz sicher seine Gitarre schruppte. Auch an seiner rauchigen Stimme sind die Jahre nicht spurlos vorbeigegangen. Nach wie vor versprüht sie den rauen Charme des Wilden Westens, doch hin und wieder wirkte sie beinahe brüchig.

Im vergangenen Jahr hatte sich der ehemalige „Highwayman“ noch allein auf Europa-Tournee gewagt, nun schien er manches mal dankbar dafür zu sein, dass ihm seine Band zur Seite stand.

Saucoole Show mit starkem Abgang

Zeit zum Luftholen oder Applaudieren gab es dennoch kaum, unprätentiös schnurrte der Literaturwissenschaftler mit Oxford-Diplom seine bewegenden Stories über Underdogs, Liebesleid oder Soldaten mit zerbrochenen Träumen fast ohne Pause ab. Fein garniert von Fiddler Scott Joss, der zwischendurch zarte Akzente setzte und immer wieder auch seine Geige singen ließ.

Ganz ohne Brimborium eine saucoole Show mit starkem Abgang. Kein Schwelgen im tosenden Jubel, keine Zugaben – Kris Kristofferson hatte alles gegeben und gut war es. Hoffentlich nicht zum letzten Mal.

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