Fahrerflucht

Kuriose Fahrerflucht in Essen: Herrchen haut ab, Hund bleibt

Ein Dackel sitzt seit Freitagmorgen auf der Polizeiwache in Rüttenscheid. Er sprang aus dem Auto seines Herrchens, der Fahrerflucht beging. Das Tier wird am Freitag ins Tierheim gebracht.

Ein Dackel sitzt seit Freitagmorgen auf der Polizeiwache in Rüttenscheid. Er sprang aus dem Auto seines Herrchens, der Fahrerflucht beging. Das Tier wird am Freitag ins Tierheim gebracht.

Foto: Polizei Essen

Essen.  Ein Dackel erhöht die Chancen der Polizei, eine kuriose Fahrerflucht von Freitag aufzuklären. Statistik: Fast 15 Unfallfluchten täglich in Essen.

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Hat ein Dackel mehr Gerechtigkeitssinn als ein Mensch? Diese Frage könnte man stellen nach einem Verkehrsunfall am Freitagmorgen auf der Schulstraße in Kettwig. Ein weißer Kleinwagen aus Solingen beschädigte bei einem Wendemanöver einen blauen Ford, der geparkt am Straßenrand stand. Ein Zeuge sah das Ganze und sprach den Autofahrer noch auf den Unfall an. Doch der Unbekannte fuhr trotzdem los und verschwand. Womit der Autofahrer sicherlich nicht rechnete: Aus dem offenen Fenster seines Autos sprang sein Dackel heraus und verblieb an der Unfallstelle.

Der Hund wurde zunächst auf die Wache Rüttenscheid gebracht und später dem Tierheim übergeben. Um sein Tier wiederzubekommen, müsste sich der unbekannte Autofahrer natürlich bei der Polizei stellen und somit die Fahrerflucht verantworten. Die Polizei ist aber auch weiter auf Zeugenhinweise angewiesen: 0201/8290

Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten, bei denen ein Autofahrer etwas beschädigt und trotzdem weiterfährt, ist überraschend hoch: 5433 Fälle von „Unfallflucht mit Sachschaden“ wurden im Jahr 2018 von der Essener Polizei im Stadtgebiet registriert, das sind fast 15 am Tag. Die Zahl ist seit Jahren unverändert hoch. Wesentlich geringer ist die Zahl der Verkehrsunfallfluchten, bei denen ein Mensch zu Schaden kommt: 161 Fälle wurden im Jahr 2018 registriert, bei denen ein Verkehrsteilnehmer einen anderen verletzte und achtlos weiterfuhr. Auch diese Zahl stagniert seit Jahren. Die Aufklärungsquote bei den Unfallfluchten mit Personenschaden liegt bei knapp 60 Prozent. Bei den Fluchten mit Sachbeschädigung liegt sie bei 40 Prozent.

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