Nahverkehr

Mülheims Plan fürs Aus der Linie 104 empört Essens Politik

Endhaltestelle Abzweig Aktienstraße für die Linie 104? Wenn die Mülheimer Überlegungen umgesetzt werden, dann wäre damit schon nach der Kommunalwahl im September 2020 Schluss.

Endhaltestelle Abzweig Aktienstraße für die Linie 104? Wenn die Mülheimer Überlegungen umgesetzt werden, dann wäre damit schon nach der Kommunalwahl im September 2020 Schluss.

Foto: Oliver Müller

Essen.   Pläne der Mülheimer Politik, mit der Straßenbahn 104 eine der wenigen stadtverbindenden Linien zu streichen, lösen in Essen Kopfschütteln aus.

Der in Mülheim offenbar diskutierte Plan, die stadtgrenzenüberschreitende Straßenbahnlinie 104 schon nach der Kommunalwahl im September 2020 einzustellen, ist in der Essener Politik auf Kopfschütteln gestoßen. „Ein Stück aus dem Tollhaus“ – so urteilt Wolfgang Weber, SPD-Ratsherr und Aufsichtsrats-Chef der Ruhrbahn: Dass in der gemeinsamen Essen-Mülheimer Verkehrsgesellschaft Ruhrbahn der eine Partner den Nahverkehr ausbauen wolle, „und die anderen machen genau das Gegenteil“ – das sei niemandem mehr zu vermitteln, so Weber.

Das mögliche Aus für die Linie 104, die am Abzweig Aktienstraße an die Trasse der Tramlinie 105 anknüpft, soll einen Beitrag zum sieben Millionen Euro umfassenden Sparpaket im Mülheimer Nahverkehr leisten. Weber räumt ein, dass die Nachbarstadt dabei in einer ziemlichen Zwickmühle steckt. „Wenn wir einen guten Nahverkehr wollen“, so appelliert er deshalb, „dann müssen wir eine andere Art der Finanzierung finden“. Die Städte gerade im Ruhrgebiet seien damit finanziell schlicht überfordert.

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