Kirchenfest

Nach 26 Jahren: Macher des Annenfestes verabschiedet sich

Peter Beckmann, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Annenfestes, hat mit initiiert, dass die Annenkapelle in Rellinghausen renoviert wurde.

Peter Beckmann, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Annenfestes, hat mit initiiert, dass die Annenkapelle in Rellinghausen renoviert wurde.

Foto: Ulrich von Born

Essen-Rellinghausen.  26 Jahre lang war Peter Beckmann Vorsitzender der Freunde und Förderer des Annenfestes. Nun macht der 80-Jährige Platz für einen Jüngeren.

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Seit er denken kann, ist Peter Beckmann mit der kleinen Annenkapelle in Rellinghausen verbunden. „Als Kind bin ich jeden Sonntagmorgen zur Frühmesse ins Annental gelaufen“, erinnert sich der heute 80-Jährige, der seit 26 Jahren Vorsitzender der Freunde und Förderer des alljährlichen Annenfestes ist. Schon sein Vater hatte das Amt inne und organisierte Jahr für Jahr die Feier mit großer Prozession, die auf einen Hostienraub aus der Rellinghauser Stiftskirche und den späteren Fund der Eucharistie im Jahr 1516 zurückgeht. Am Fundort baute man aus Dankbarkeit die Annenkapelle – und erinnert seitdem an das Hostienwunder von Rellinghausen. „Das ist sicherlich eines der ältesten kirchlichen Feste in der Stadt, das regelmäßig begangen wird“, sagt Beckmann, der als Vorsitzender auch für die Pflege der Kapelle und des Festplatzes zuständig ist.

Über 100 Briefe an mögliche Spender und Sponsoren

Gerade laufen wieder die Vorbereitungen für das diesjährige Fest, das vom 26. bis 29. Juli bereits zum 503. Mal stattfindet. Peter Beckmann hat wieder einmal über 100 Briefe und Mails an potenzielle Spender und Sponsoren abgeschickt. „Ohne die Hilfe der Menschen aus der Gemeinde könnten wir das nicht stemmen.“ Auch das war schon immer so – nur mit dem Unterschied, dass die Zahl der Teilnehmer in den vergangenen Jahrzehnten leider immer weiter zurückgegangen ist. „Ganz früher war das ein Riesenfest, da fand gleichzeitig eine Kirmes auf dem Ardeyplatz statt“, erinnert sich Beckmann ein wenig wehmütig.

In seine Ägide als Vorsitzender fällt die aufwendige Restaurierung der kleinen Sühnekapelle: Damals wurden Feuchtigkeitsschäden behoben und Elektroinstallationen erneuert, wurde das ganze Gotteshaus gesäubert und neu verputzt. Das alles geschah vor dem großen Fest zum Jubiläumsjahr: 500 Jahre nach dem Hostienwunder zogen im Sommer 2016 über 800 Gläubige in einer feierlichen Prozession ins sonst eher stille Tal. Darunter viele gebürtige Rellinghauser, die längst weggezogen sind und trotzdem Jahr für Jahr zum Annenfest zurückkommen.

„Das war für uns alle ein unglaubliches Erlebnis“, sagt Beckmann, der damals sogar eine Festschrift herausgab, die das Fest in all seinen Facetten beleuchtete. Darin gab es viele alte Fotos, die davon zeugten, wie in der Vergangenheit Menschenmassen die Wiesen im Annental bevölkerten. „Das war über Jahrhunderte der Höhepunkt im Rellinghauser Kirchenjahr, ein Fest für die ganze Familie.“ Ganz so viel Andrang erwartet der Rellinghauser in diesem Jahr nicht. Aber sicherlich werden es mehrere hundert Gläubige sein, die die Tradition weiterleben und weitergeben.

Prozession startet um sechs Uhr am Sonntagmorgen

Dazu gehört neben der frühmorgendlichen Prozession ins Annental (Beginn Sonntag, 28. Juli, sechs Uhr) natürlich das Annenlied, das in allen fünf Gottesdiensten gesungen wird – und zwar voller Inbrunst. Und natürlich wird auch wieder das Glockenspiel ertönen Eine Gruppe von Helfern läutet dann die Glocken von St. Lambertus von Hand, so dass die Melodie des Marienliedes „Ros’ o schöne Ros’“ ertönt.

„Leider fällt die Prozession am Freitag weg“, sagt Beckmann, das sei dem Priestermangel geschuldet. Auch wird kein Zelt im Tal selbst aufgestellt; das gemeinsame Mittagessen und Kaffeetrinken findet nach dem Hochamt in St. Lambertus im Pfarrheim im alten Brauhaus (Am Glockenberg 40) statt.

Und am Montag, dem letzten Tag des Annenfestes, wird Peter Beckmann bei der jährlichen Hauptversammlung der Freunde und Förderer sein Amt in jüngere Hände abgeben. Das heißt aber nicht, dass er ganz aufhört: „Die Betreuung des Annenfestes werde ich sicherlich weiterbegleiten. Und auch die Kapelle werde ich weiterpflegen – so lange ich kann.“

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