Sozialmanagement

Allbau in Essen gibt auch suchtkranken Mietern eine Chance

Die Allbau-Zentrale an der Rottstraße in der nördlichen Innenstadt.

Die Allbau-Zentrale an der Rottstraße in der nördlichen Innenstadt.

Foto: Foto: Kerstin Kokoska

Essen.  Allbau weist Mieter-Kritik zurück und verteidigt Belegungspolitik: Obdachlose oder andere Härtefälle bekommen eine Chance. Kündigung bei Gewalt.

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Unser Bericht über zunehmende Konfliktbereitschaft unter Allbau-Mietern und das Sozialmanagement des Wohnungsunternehmens hat auf Facebook eine Reihe von Reaktionen provoziert. So äußert sich eine Kommentatorin kritisch über die „Belegungspolitik“ des Allbau. Vermietet dieser doch auch an Suchtkranke wie auch an Menschen, die auf der Straße gelebt haben. Eine andere Facebook-Nutzerin kritisiert, der Allbau ginge nicht konsequent gegen Gewalttäter vor; Mitarbeiter würden geschlagen, ohne dass es dafür eine Abmahnung des Vermieters gegeben habe.

Der Allbau kooperiert mit Behörden sozialen Trägern

Allbau-Prokurist Samuel Serifi will das nicht so stehen lassen: Der Allbau gebe bewusst auch Obdachlosen eine Chance wie auch Menschen, die an Sucht- oder psychischen Erkrankungen leiden. Man kooperiere als Vermieter mit Behörden und sozialen Trägern, die sich um diese Menschen kümmern. Die Betroffenen würden nicht sich selbst überlassen. Das gelte auch für die Nachbarn.

„Wir schauen genau hin, welche Nachbarschaften verkraften das?“, sagt Serifi. Bei insgesamt 40.000 Mietern gebe es auch immer solche, die sagen: „Muss ich den oder die jetzt als Nachbarn haben?“ Als Vermieter nehme der Allbau das aber in Kauf.

Im vergangenen Jahr gab es einen gewalttätigen Übergriff auf einen Hausmeister

Gewalttätige Übergriffe gegen Mitarbeiter? Ja, so etwas hat es schon gegeben, räumt Serifi ein. Im vergangenen Jahr sei dies einmal vorgekommen. Das Opfer: ein Hausmeister. Der letzte Vorfall davor liege vier bis fünf Jahre zurück. Der Allbau reagiere in solchen Fällen mit einer fristlosen Kündigung. Sofern es sich bei dem Täter um einen Mieter handelt. Sei aber beispielsweise ein Gast übergriffig geworden oder ein Familienmitglied, bleibe dem Vermieter nichts anderes übrig als „den juristischen Weg“ zu gehen. „Wir können ja niemanden in Sippenhaft nehmen“, betont der Allbau-Prokurist. Dass es für Außenstehende so aussehen könnte, als habe der Allbau gar nicht reagiert – dafür hat Serifi Verständnis. Nur sei dem nicht so.

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