Baustelle

Neue A40-Auffahrt in Frillendorf: Verzögerung droht

Über 100 Bürger interessierten sich für die Fortschritte auf der Baustelle an dem Frillendorfer A40-Anschluss.

Über 100 Bürger interessierten sich für die Fortschritte auf der Baustelle an dem Frillendorfer A40-Anschluss.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Frillendorf.  Die neue A40-Auffahrt in Essen-Frillendorf kostet 30 Millionen Euro – und ist fertig. Eröffnung ist dennoch erst im Sommer 2020 wahrscheinlich.

Barbara Mieren kann es eigentlich gar nicht mehr erwarten, bis die Autobahnanschlussstelle Frillendorf endlich fertig ist. „Seit gefühlt über drei Jahren muss ich einen großen Umweg fahren, um auf die A40 Richtung Duisburg zu gelangen“, sagt die Stoppenbergerin. Um sich selbst ein Bild von den Fortschritten zu machen, ist sie extra an diesem Nachmittag nach Frillendorf gekommen: Dorthin hat der CDU-Ortsverein zu einer Baustellenbegehung geladen.

Radwege, Ampeln und Bürgersteige sind fertig angelegt

Und sofort gibt es für die rund 100 interessierten Bürger, die zum Schacht Hubert gekommen sind, den ersten Dämpfer: „Die Arbeiten für den Anschluss von der neuen Brücke zur Nünningstraße müssen erst noch ausgeschrieben werden. Wir rechnen erst im Frühjahr 2020 mit der Fertigstellung“, sagt Carsten Giese vom Amt für Straßen und Verkehr, der die Gruppe fachmännisch begleitet. Erst wenn die gesamte Straßenführung komplett ist, will Straßen NRW den Anschluss freigeben. Aller Wahrscheinlichkeit wird das allerdings erst im Sommer 2020 sein.

Das leuchtet vielen nicht ein, die über die frisch geteerte Straße Richtung Autobahn laufen. Die Radwege sind bereits fertig, ebenso die Bürgersteige, die Ampelanlagen stehen und die Auffahrt ist ebenfalls fertiggestellt. „Eigentlich spricht doch nichts dagegen, dass sie auch freigegeben wird“, sagt ein Bürger.

Einst standen hier eine Zeche und eine Kokerei

Doch zunächst einmal lässt er sich von Carsten Giese erklären, warum die Bauarbeiten so langwierig und so teuer gewesen sind: Unter der neuen Verbindungsstraße, die in ihrem Verlauf von der Hubertstraße bis zur Schönscheidtstraße direkt drei Namen tragen wird (Am Schacht Hubert, Am Technologiepark und Am Tüv I) befindet sich reichlich kontaminiertes Erdreich. Kein Wunder, hier standen einst eine Zeche und eine Kokerei.

Wir mussten bis auf 2,50 Meter Tiefe ausschachten und haben insgesamt 70 Messstellen eingerichtet“, so der Fachmann. Eine aufwendige Sondermüll-Deponieabdeckung sorge nun dafür, dass die teils flüssigen Altlasten dort bleiben, wo sie sind, verspricht Giese.

Bis zum Parkplatz des Tüv ist die Straße bereits fertig, der Anschluss an die Schönscheidtstraße soll spätestens im Oktober freigegeben werden. Zeitgleich hat die Steag neue Fernwärmeleitungen gelegt, „auch das musste logistisch integriert werden“. Als nächstes werden die Stadtwerke aktiv, sie werden nach der Fertigstellung von einer Startbaugrube aus ihre Leitungen und Rohre unter die Straße verlegen. Auch das stößt auf Unverständnis, „aber auch das ist logistisch nicht anders möglich“, so Giese.

Eine Buslinie ist auf der neuen Verbindungsstraße nicht geplant

Eine Buslinie, die die neue Verbindungsstraße befährt, wird es aller Voraussicht nicht geben. „Wir haben als Bezirksvertretung bereits mit der Ruhrbahn darüber gesprochen, aber es ist nichts geplant“, sagt CDU-Lokalpolitiker Peter Valerius, der zur Begehung geladen hat. Dass die Autobahnanschlussstelle wirklich erst im nächsten Sommer freigegeben wird, glaubt er allerdings nicht: „Das kann Straßen NRW meiner Meinung nach nicht durchhalten.“

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