Emscherumbau

Nun kommt der Katernberger Bach wieder ans Tageslicht

So soll ein „Entdeckerort“ nach dem Umbau am Katernberger Bach nahe der Viktoriastraße aussehen. Der Rad- und Fußweg verläuft parallel zum Gewässer.

So soll ein „Entdeckerort“ nach dem Umbau am Katernberger Bach nahe der Viktoriastraße aussehen. Der Rad- und Fußweg verläuft parallel zum Gewässer.

Foto: Emschergenossenschaft / EGLV

Katernberg.  Der Katernberger Bach fließt mitten durch den Essener Stadtteil. Doch er ist unsichtbar. Nun beginnt im September eine große Rückholaktion.

Gut zwei Jahre lang wird Katernberg jetzt mit einer Großbaustelle leben müssen. Denn die Emschergenossenschaft (EG) bringt den Katernberger Bach zurück ans Tageslicht. Baubeginn ist im September. Wer nun aber glaubt, dass es den Stadtteil vor der Buddelei graust, vertut sich. „Wir freuen uns auf die Baustellenphase“, versicherte Melanie Graf, die Leiterin der Viktoria-Grundschule. Denn direkt hinter ihrer Schule wird der Bach fließen. Ein „blaues Klassenzimmer“, vom Landesstädtebauministerium mit 350.000 Euro gefördert, ist schon in Planung, Oberbürgermeister Thomas Kufen verspricht außerdem einen direkten Zugang zum Bachlauf.

Mehrere Workshops unter dem Motto „Katernberger Bach – Mach mit!“

Doch nicht nur die Rektorin, auch viele andere Menschen in Katernberg haben sich schon mit der Wiederauferstehung des Gewässers befasst. In mehreren Workshops unter dem Motto „Katernberger Bach – Mach mit!“ haben sie zusammen mit Paul Hendricksen (Issab) und Sebastian Ortmann (EG) ihre Ideen eingebracht, von denen viele nun umgesetzt werden.

Die Emschergenossenschaft arbeitet dabei eng mit der Stadt, konkret mit Grün und Gruga zusammen. Während sich die Bachexperten um die Verrohrung der Trasse und die Modellierung des offenen Gewässers kümmern, gestaltet die Stadt die Umgebung. Die Europäische Union stellt dafür eigens 1,1 Millionen Euro als Zuschuss zur Verfügung, wie Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der Präsentation des Projekts mit Blick auf die Europawahl betonte. So entstehen unter anderem zahlreiche Bachterrassen, „Entdeckerorte“ mit Furten, ein Parcours für Jugendliche, eine Spielplatz und neue Zugänge zum Gewässer. „Über Abwassergebühren lässt sich so etwas nicht finanzieren“, ergänzt Ulrich Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Matschecken locken zum Spielen

So viel Aktion vor ihrer Schule mache die Kinder neugierig, freut sich Melanie Graf. „Sie sind sehr interessiert daran, was hier passiert.“ So haben sie schon vor zwei Jahren eine eigene Briefmarke gemalt, haben den künftigen Bachlauf mit Wimpeln markiert und den Bauzaun in eine Galerie verwandelt. Dass ein Bachlauf auch Matschecken zum Spielen bieten wird, trägt sicherlich zur Vorfreude – zumindest der Kinder – bei.

Startschuss der Bauphase wird am 14. September gefeiert

Matsch ist allerdings nicht garantiert. Denn gibt es eine Dürreperiode wie im vergangenen Jahr, dann werde der Katernberger Bach auch mal trocken fallen, glaubt Bauleiter Henning Stahlschmidt. Von der nicht mehr zugänglichen Quelle nahe der Emscherstraße fließen nämlich keine Fluten auf der 1100 Meter langen Strecke in Richtung Emscher.

Um den Katernberger Bach zwischen der Köln-Mindener-Straße (nahe der S-Bahn-Haltestelle Zollverein-Nord und der Zechenbahntrasse auf Höhe der Fatih-Moschee Katernberg vom Abwasser zu befreien, musste die Emschergenossenschaft zunächst neue unterirdische Kanäle bauen. Hierfür wurden rund 20 Millionen Euro investiert. In die ökologische Verbesserung werden nun noch einmal um die 16 Millionen Euro investiert. Am Samstag, 14. September, wird der Startschuss an der Freien Schule gefeiert.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben