Politik

Bezirkspolitiker verfassen Resolution gegen Steeler Jungs

In der vergangenen Wochen ließen die Steeler Jungs bunte Luftballons steigen, als sie an der Gegendemo von „Steele bleibt bunt“ vorbeizogen.

In der vergangenen Wochen ließen die Steeler Jungs bunte Luftballons steigen, als sie an der Gegendemo von „Steele bleibt bunt“ vorbeizogen.

Foto: Stefan Arend

Essen-Steele.   SPD, CDU und Grüne in der Bezirksvertretung VII haben eine Resolution verabschiedet, mit der sie sich eindeutig gegen die Steeler Jungs stellen.

Die Fraktionen von SPD, CDU und Grünen haben in der Sitzung der Bezirksvertretung VII am Mittwochabend eine Resolution verabschiedet mit dem Titel „Für Vielfalt, gegen Einfalt: Steele bleibt bunt und weltoffen“.

Steeler Jungs: Großes Polizeiaufgebot begleitet Demos Damit haben die Bezirkspolitiker erstmals eindeutig Stellung gegen die „Steeler Jungs“ bezogen. Seit knapp einem Jahr patrouilliert die rechte Gruppe jeden Donnerstag als Bürgerwehr durch den Stadtteil. Durch ihr martialisches Auftreten lösten sie Verunsicherung und Angst bei den Menschen aus, kritisieren die Politiker in der Erklärung, die von vielen Steeler Akteuren lange herbei gesehnt worden war. So waren auch bei der Demo der Initiative „Steele bleibt bunt“in der vergangenen Woche wieder Stimmen laut geworden, die eine eindeutige Positionierung der Ortspolitiker gefordert hatten.

Bezirksvertretung bittet Rat und OB um Unterstützung

„Die Bezirksvertretung VII beobachtet die sogenannten Spaziergänge der Steeler Jungs mit großer Sorge“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. So verberge sich hinter einer vermeintlich harmlosen Fassade womöglich ein bundesweit agierendes Netzwerk mit intensiven Kontakten in die extreme rechte Szene, befürchten die Stadtteilpolitiker. Das erfordere eine intensive Beobachtung und Begleitung durch die Sicherheitsbehörden sowie eine intensive Aufklärungsarbeit.

„Die Bezirksvertretung VII richtet sich gegen jeden Versuch der Verharmlosung oder Bagatellisierung des Auftretens der Steeler Jungs“, heißt es deswegen weiter. Den von den Steeler Jungs suggerierten Bedarf für eine Bürgerwehr gebe es nicht: „Zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung braucht es keine Patrouillen und keine Bürgerwehren, die Recht und Gesetz in die eigene Hand nehmen. Gewaltmonopol liegt einzig und allein beim Staat“, finden die Ortspolitiker klare Worte.

Mit ihrer Resolution wenden sich die Bezirksvertreter auch an den Rat der Stadt Essen und an Oberbürgermeister Thomas Kufen, die sie darum bitten, ebenfalls klar Position zu beziehen „und die Bezirksvertretung VII sowie die gesellschaftlichen Initiativen im Bezirk VII in ihrer Arbeit zu unterstützen“. (JeS)

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