Verkehrsberuhigung

Sachsenring in Essen-Freisenbruch verleitet einige zum Rasen

Blick auf den Sachsenring in Essen-Freisenbruch: Die Autofahrer halten sich oftmals nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.

Blick auf den Sachsenring in Essen-Freisenbruch: Die Autofahrer halten sich oftmals nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.

Foto: Kim Kanert

Essen-Freisenbruch.  Auf der langen Straße gilt teilweise Tempo 30. Warum sie für Fußgänger dennoch ein gefährliches Pflaster ist und was die Politik unternimmt.

Der Sachsenring verbindet die Stadtteile Horst und Freisenbruch miteinander. Das Tempo auf der langen Straße ist in Teilstücken auf 30 km/h begrenzt. „Dennoch sind dort leider einige Autofahrer schneller unterwegs“, bedauert Bezirksvertreterin Nicole Markner. Die CDU-Politikerin vom Ortsverband Horst-Eiberg teilt diese Sorge mit Markus Kögel. Auch beim Parteikollegen haben sich Bürger über Raser auf dem Sachsenring beschwert.

Kritisch betrachtet Markner vor allem den Abschnitt zwischen Schultenweg und Schirnbecker Teiche. Er umschließt das große Wohngebiet Bergmannsfeld und einige Sportplätze. Hier gilt Tempo 50. Das sei zu schnell, mahnen die Stadtteil-Politiker. „Im Zuge von Corona hat der Verkehr zwar abgenommen. Doch das verleitet manchen rücksichtslosen Fahrer noch mehr zum Rasen“, hat Nicole Markner beobachtet. Sie warnt nun vor schlimmen Verkehrsunfällen mit Fußgängern, die die Straßenseite wechseln.

Ampeln oder Überquerungshilfen sind rar auf der langen Straße

Ampeln oder Überquerungshilfen sind rar am Sachsenring. Das bereitet vielen Kindern, aber auch Senioren Probleme. „Wir sehen die Situation mit sehr viel Sorge“, so Kögel vom CDU-Kreisverband Essen. „Der ausgebaute Straßenverlauf verleitet zum Rasen und riskantem Überholen.“ So kennt die Unfallstatistik mehrere schwere Verkehrsunfälle am Sachsenring, wo Ende 2018 wegen überhöhter Geschwindigkeit ein Pkw gegen einen Baum prallte. Ursache laut Polizei war ein Überholmanöver bei hohem Tempo. Zwei Insassen wurden damals schwer verletzt.

Erschwerend kommt hinzu, dass der betreffende Straßenabschnitt nur auf einer Seite einen provisorischen Bürgersteig bietet: Eingewachsene Baumwurzeln und lockere Steinplatten sorgen für Stolpergefahr. Wer die Straße in Höhe der Hausnummer 175 überqueren will, um zur Bezirkssportstätte (zwei Fußballplätze, Tennisanlage und Beachvolleyballfeld) zu gelangen, muss sogar ganz auf einen Gehweg verzichten.

CDU will in der Bezirksvertretung ein Verkehrskonzept beantragen

„In 2019 haben wir eine Alternative für den Bau eines Bürgersteigs geprüft“, erinnert die Bezirksvertreterin. Doch diese Pläne seien gescheitert. „Das Stück war zu eng, man hätte gesunde Bäume fällen müssen.“ In der Mai-Sitzung der Bezirksvertretung will die CDU-Fraktion ein Verkehrskonzept beantragen, um die Gefahrenlage für alle Anwohner zu entschärfen. Aber vor allem die vielen Kinder und Jugendlichen aus der Siedlung Bergmannsfeld sollen die Sportanlagen sicher erreichen können.

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