Radweg Zangenstraße

Planung des Radwegs in Richtung Zollverein nimmt hohe Hürde

Uwe Kutzner (CDU-Ratsherr, links) informierte bereits im August 2017 Uwe Gomola, Inhaber des Car Reifencenters Nord an der Zangenstraße über die Radwegeplanung.

Uwe Kutzner (CDU-Ratsherr, links) informierte bereits im August 2017 Uwe Gomola, Inhaber des Car Reifencenters Nord an der Zangenstraße über die Radwegeplanung.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Altenessen.   Das Grundstück Zangenstraße/Ecke Berthold-Beitz-Boulevard ist wichtig für einen kreuzungsfreien Radweg.

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Das könnte der Durchbruch für den Radweg „Zangenstraße“, also die langersehnte Radwegeverbindung von der Rheinischen-Bahn zum Bahnhof Altenessen und weiter bis zur Zeche Zollverein, sein: Die Stadt kauft jetzt auf Antrag von CDU und SPD ein noch fehlendes Grundstück am Berthold-Beitz-Boulevard an. „Dann bekommt der Berthold-Beitz-Boulevard eine weitere Brücke und der Radweg kann kreuzungsfrei verlaufen“, blickt CDU-Ratsherr Uwe Kutzner optimistisch in die Zukunft. „Es ist schön, dass die Stadt mitzieht. Sie hätte auch sagen können, dass eine Trasse ohne Brücke günstiger wäre.“

Noch endet der Radweg Zangenstraße an der Bottroper Straße.

Seit vergangenem Jahr ist der 1. Bauabschnitt der Grünverbindung Zangenstraße weitgehend fertig. Er verbindet den Radweg Rheinische Bahn im Süden entlang der Kruppschen Ringbahn mit der Bottroper Straße. Hier endet derzeit das Radvergnügen, weil die Anbindung in Richtung Norden in Form einer Brücke über die Bottroper Straße fehlt.

Bereits im vergangenen Jahr konnte die Stadt aber die Grundstücke aufkaufen, die zwischen der Bottroper Straße und dem Bertold-Beitz-Boulevard liegen. Eine echte Hürde wartet auf die Planer allerdings auf der Nordseite des Boulevards, also auf der Fläche zwischen Zangenstraße und dem alten Bahndamm. Hier steht mit dem Car-Reifencenter Nord die Werkstatt von Uwe Gomola, die zugunsten des Radwegs aber weichen sollte. CDU-Ratsherr Uwe Kutzner, Sprecher seiner Fraktion im Stadtplanungsausschuss, knüpfte bereits vor zwei Jahren erste Kontakte zum Unternehmer, um ihn über die Radwegepläne zu informieren. Dieser zeigte sich in Sachen Grundstücksverkauf durchaus gesprächsbereit.

Investor plant 157 Apartements für Studenten

Doch dann kam die überraschende Nachricht, dass mit der Eyemaxx Real Estate AG KG aus Aschaffenburg ein neuer Interessent auf dem Markt erschien. Er kündigte an, anstelle der Werkstatt 157 „Serviced Apartements“ für Studenten zu errichten. Das Projektvolumen werde sich auf etwa 20 Millionen Euro belaufen, Baubeginn solle im Herbst 2018 sein. „Serviced Apartments – angesiedelt zwischen Kleinwohnung und Hotel – gelten als eines der wachstumsstärksten und renditeträchtigsten Segmente des Immobilienmarkts“, bewirbt Eyemaxx sein Investment. Die Eigenkapitalrendite werde „im obersten zweistelligen Prozentbereich erwartet“.

Schien diese Investition das Aus für den Radweg Zangenstraße zu sein, so konnte Uwe Kutzner doch eine Kompromisslösung finden. Demnach tritt das fränkische Unternehmen der Stadt einen zehn bis zwölf Meter breiten Grundstücksstreifen ab und kann nun auf die Baugenehmigung hoffen. Diese gut 1100 Quadratmeter große Fläche reiche aus, den Grünzug auf dem Niveau des Bahndamms inklusive einer neuen Brücke über den Berthold-Beitz-Boulevard hinaus fortzuführen. Die alternativ geplante Rampe von der Zangenstraße hinauf auf den Bahndamm könne trotzdem als Anschluss gebaut werden.

SPD fordert Anschluss der neuen Gesamtschule an den Radweg

Die SPD Altenessen begrüßt den Ausbau des Radwegs Grünzug Zangenstraße. Ortsvereinsvorsitzender Jürgen Garnitz: „Wir freuen uns sehr darüber, dass es durch den geplanten Grundstücksankauf möglich sein wird, einen kreuzungsfreien Radweg über den Berthold-Beitz-Boulevard zu führen. Die Fahrradfahrer im Essener Norden erhalten damit einen direkten Anschluss vom Altenessener Bahnhof an den Radschnellweg RS 1. Für uns ist auch wichtig, dass die geplante Gesamtschule an der Erbslöhstraße an den neuen Radweg angeschlossen wird. So kann es gelingen, dass möglichst viele Schüler und Lehrer mit dem Rad zur Schule kommen.“

Martin Schlauch, SPD-Ratsherr für Altenessen Süd, ergänzt: „Die direkte Radwegeverbindung in die Innenstadt, abseits der großen Hauptverkehrsstraßen, ist ein weiterer Schritt in Richtung Zukunft. Die Verkehrswende kann nur gelingen, wenn attraktive Alternativen für Pendler vorhanden sind.“

Forderung nach leistungsfähiger Nord-Süd-Verbindung

Allerdings fehle immer noch eine Lösung für die Gladbecker Straße: „Wir fordern als SPD Altenessen seit Jahren ein Gesamtkonzept für die Lösung der Verkehrsprobleme im Essener Norden. Eine mögliche A 52 ist da aber sicher keine Lösung für den Bezirk V. Wir brauchen neben neuen Radwegeverbindungen endlich auch eine zusätzliche leistungsfähige Nord-Süd Verbindung des Öffentlichen Nahverkehrs in Richtung Bottrop und Gladbeck.“

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