Elektroautos

Politik prüft Parkdauer für Elektrofahrzeuge in Essen

Die Politik diskutiert darüber, die Höchstparkdauer für Elektroautos an Essener Lade-Stellplätzen zu verlängern.

Die Politik diskutiert darüber, die Höchstparkdauer für Elektroautos an Essener Lade-Stellplätzen zu verlängern.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen.  Für Elektroauto-Fahrer könnte es doch Ausnahmeregelungen in Essen geben. Diskutiert wird eine Verlängerung der Parkdauer.

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Elektroautos dürfen in Zukunft in der Innenstadt möglicherweise doch länger parken. Mehrere Fraktionen wollen jetzt die Höchstparkdauer für E-Autos zum Thema machen. In der GroKo gibt es Signale für eine flexible Lösung.

Wie diese Zeitung berichtete, drohen die Carsharing-Betreiber des Verleihprojektes Ruhrauto-E mit dem Rückzug aus Essen, weil an mehreren Lade-Parkplätzen schon nach zwei Stunden Verwarngelder erhoben werden. Ein kompletter Ladevorgang eines Elektrowagens dauert aber wesentlich länger. Deshalb empfiehlt das Elektromobilitätsgesetz auch eine Parkdauer von vier Stunden. In der Essener Innenstadt sind es tagsüber aber nur 1,5 bis zwei Stunden in den Parkzonen 1 und 2.

„Ich könnte mir vorstellen, dass wir die Parkzeit für Elektroautos etwas ausdehnen. Wir werden das in unserer Fraktion besprechen“, kündigte Ingo Vogel, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Ausschusses für öffentliche Ordnung, Personal und Organisation an. „Wir wollen die Elektromobilität fördern. Ich verstehe aber auch, dass der Parkdruck in der Innenstadt sehr hoch ist.“ Vogel will von der Verwaltung einen Bericht zur Frage anfordern, wie die anderen Ruhrgebietsstädte verfahren.

Vier Stunden Parkzeit für Elektroautos gefordert

Fabian Schrumpf, ordnungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, hat sich bereits festgelegt. Er fordert, dass das Parkraumwirtschaftskonzept kurzfristig geändert und die Höchstparkdauer an Lade-Parkplätzen generell auf vier Stunden ausgeweitet wird. „Die Möglichkeit länger zu parken, ist essenziell für das vollständige Aufladen von Elektrofahrzeugen.“

Die Linke-Fraktion will bereits in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses Ausnahmeregelungen für Elektroautos beantragen, damit dem Fahrer die Möglichkeit gegeben wird, die Batterie voll aufzuladen. „Alles andere würde Essen als eine der fünf Modellstädte für bessere Luft nicht gut zu Gesicht stehen“, erklärt Ratsherr Wolfgang Freye.

Skeptisch bleibt Rolf Fliß (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses: „Wir wollen keine Langzeitparker in der Innenstadt“, betont er. Bei einer begrenzten Parkdauer sei zudem die Chance für andere Fahrer größer, einen freien Ladeplatz zu finden. Fliß sagt aber auch. „Wir brauchen mehr Schnell-Ladestationen.“ Die einzige Säule am Handelshof sorgt bereits in 30 Minuten für eine volle Batterie.

Parken zum Nulltarif für Fahrer von E-Autos?

Dem Vorschlag aus der CDU-Fraktion, eine Befreiung der Parkgebühren für Elektroautos zu prüfen, könnte sich Fliß anschließen. Das könnte man als „Schnupperangebot ausprobieren“, um E-Mobilität attraktiver zu machen. Ingo Vogel (SPD) findet es dagegen grundsätzlich in Ordnung, dass Fahrer von E-Autos zahlen: „Der Parkraum wird ja genutzt, und die Stadt braucht die Einnahmen.“

>>MEHRERE STUNDEN LADEDAUER

Die Ladedauer an öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos variiert zwischenzwei und vier Stunden. Sie kann aber je nach Autotyp auch kürzer oder länger ausfallen.

Essen hat 24 öffentlich zugängliche Ladesäulen, davon befinden sich rund 20 im durch die Stadt bewirtschafteten Innenstadt-Parkbereich. Geplant sind stadtweit 200 Lade-Parkplätze.

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