Tödlicher Polizeieinsatz

Protest gegen eingestelltes Verfahren: Neue Demo für Adel B.

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Foto: Foto: André Hirtz / FFS

Essen.  Die Freunde des bei einem Polizeieinsatz erschossenen Adel B. wollen nicht locker lassen: Sie demonstrieren am Freitag vor der Staatsanwaltschaft.

Das juristische Tauziehen um den von der Polizei erschossenen Adel B. ist im Hintergrund noch in vollem Gange, da suchen Familie und Freunde des Deutsch-Algeriers ein weiteres Mal die Öffentlichkeit: Sie machen für eine Demonstration mobil, die sie am kommenden Freitag, 25. Oktober, um 17 Uhr vor das Gebäude der Essener Staatsanwaltschaft an der Zweigertstraße führt.

Dort ist nach Überzeugung der Initiative „Gerechtigkeit für Adel“ vor genau einem Monat ein ebenso folgenschwerer wie falscher Beschluss gefallen: die Entscheidung nämlich, dass der tödliche Polizeieinsatz vom 18. Juni in Altendorf kein Nachspiel vor Gericht haben soll. Denn die Ermittlungen wegen des Verdachts des Totschlags gegen den jungen Schützen in Reihen der Polizei wurden mit Verweis darauf eingestellt, er habe in Notwehr gehandelt.

Beschwerde gegen die Verfahrenseinstellung ist eingegangen

„Wir sind darüber entsetzt“, heißt es bei der Initiative, die ihre „Mord“-These auf jenes Handy-Video eines Nachbarn stützt, das zeigt, wie drei Polizisten auf das Wohnhaus Adel B.s zustürmen und einer von ihnen den tödlichen Schuss durch die Haustür abgibt. „Es stellt sich für uns immer noch die Frage, wie nach den veröffentlichten Videos noch Tatsachen verdreht und Ausreden erfunden werden können“, so die Kritiker. Nur ein Prozess könne Aufklärung bringen.

Diesen durchzusetzen wird allerdings nicht ganz leicht. Bei der Staatsanwaltschaft ist inzwischen eine Beschwerde gegen die Verfahrenseinstellung eingegangen. Bis zu einer Entscheidung durch die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm könnten noch Monate vergehen.

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