Radverkehr

Radfahrer in Essen ärgern sich über 18-monatige Radweg-Sperrung

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18 Monate gesperrt bleibt der Radweg zwischen Heisingen und Rellinghausen. Schilder, wie hier an der A44-Auffahrt in Heisingen, weisen auf diesen Umstand hin.

18 Monate gesperrt bleibt der Radweg zwischen Heisingen und Rellinghausen. Schilder, wie hier an der A44-Auffahrt in Heisingen, weisen auf diesen Umstand hin.

Foto: Socrates Tassos

Essen.   Wuppertaler Straße: Radweg zwischen Rellinghausen und Heisingen für anderthalb Jahre dicht. Leinpfad sei keine Alternative, finden manche.

Wegen unterirdischer Kanalbauarbeiten bleibt der Radweg an der Wuppertaler Straße, der zwischen Rellinghausen und Heisingen verläuft, anderthalb Jahre gesperrt. Das ärgert vereinzelte Radfahrer und den Fahrradverband ADFC: „So, wie die Sperrung jetzt geregelt ist, kann sie nicht bleiben“, sagt Jörg Brinkmann, Sprecher des ADFC.

Baustelle wird aufwändig, kündigen die Stadtwerke an

Seit Mitte Mai ist ein drei Kilometer langer Abschnitt zwischen der „Zornigen Ameise“ und der A44-Auffahrt in Heisingen komplett für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. In der Höhe der Ostpreußenstraße bereiten die Stadtwerke derzeit eine große Baustelle vor: In 30 Metern Tiefe wird ein neues Kanalrohr unter die Ruhr gelegt. Der Hohlraum, der dafür im Vortrieb geschaffen werden muss, misst 1,80 Meter. „Noch ist es nicht abzusehen“, sagt Stadtwerke-Sprecher Dirk Pomplun, „doch die Baustelle wird sehr aufwändig werden mit einer großen Menge an Schwerlastverkehr.“

Manche Radler ärgern sich, dass für die Baustelle die gesamte Wegstrecke zwischen Rellinghausen und Heisingen gesperrt worden ist. Pomplun beteuert jedoch: „Die Sicherheit der Arbeiter und der Verkehrsteilnehmer macht die großräumige Sperrung nötig.“

Gelbe Schilder weisen Bürger längst auf eine Umleitung hin, die manche Radfahrer als „nicht zumutbar“ empfinden: Für die Zeit der Sperrung sollen die Bürger den Leinpfad entlang der Ruhr nutzen.

Leinpfad sei für Alltagsverkehr „viel zu schmal“

„Der ist viel zu schmal, und was machen wir, wenn Hochwasser ist?“, fragt Jörg Brinkmann. Immerhin: Lästige Büsche und Stauden, die im Mai Teile des Weges noch schmaler machten, sind mittlerweile beseitigt worden. Trotzdem hat man beim ADFC beobachtet, dass manche Radler – sogar Familien mit Kindern – auf die Wuppertaler Straße ausgewichen seien.

Stadtwerke-Sprecher Dirk Pomplun ist sich darüber im Klaren, dass der Leinpfad „keine gleichwertige Alternative“ zum Rad- und Fußweg entlang der Wuppertaler Straße biete. „Doch wir finden, dass er als Provisorium akzeptabel ist.“ Eine Spur der Wuppertaler Straße für die Bauzeit für den Straßenverkehr abzutrennen und für Radler freizumachen, wäre widersinnig gewesen: „Das hätte zu kilometerlangen Staus geführt, die nicht im Sinne der Ökologie sein können.“

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