Sport und Politik

Rechtes Fußballturnier? Veranstalter kommt Absage zuvor

Auf der Helmut-Rahn-Sportanlage in Frohnhausen sollte das Fußballturnier Ende Juni stattfinden.

Auf der Helmut-Rahn-Sportanlage in Frohnhausen sollte das Fußballturnier Ende Juni stattfinden.

Foto: Gohl

ESSEN.   Mit der Absage eines Fußballturniers ist der Veranstalter der Stadt Essen zuvorgekommen. Teilnehmen wollten Teams der rechten Szene, heißt es.

Die Helmut-Rahn-Sportanlage in Frohnhausen sollte Ende Juni offenbar Austragungsort eines Fußballturniers mit Mannschaften aus der rechten Hooligan-Szene sein – und das nicht zum ersten Mal. Nach Auskunft der Stadt hat der Veranstalter das Turnier am Donnerstag telefonisch abgesagt. „Er ist uns damit zuvor gekommen“, sagte eine Stadtsprecherin.

Das für den 29. Juni geplante Turnier war nach Auskunft der Stadt von einer Privatperson angemeldet worden. Nach Informationen des linken Bündnisses „Essen stellt sich quer“ steckt die sogenannte „Brigade Essen“ dahinter. Das Turnier fand demnach seit 2013 jedes Jahr statt, ohne dass die Stadt Essen bislang daran Anstoß genommen hätte.

„Essen stellt sich quer“ spricht von einem „Stelldichein rechter Hooligan-Gruppen“

Florian Link, Sprecher von „Essen stellt sich quer“, erklärt dazu: „Unsere Recherchen ergaben, dass in den vergangenen Jahren rechte Hooligan-Gruppen die Turniere dominiert haben.“ Nahmen anfangs noch Sportvereine an dem Turnier teil, sei in den Folgejahren schnell klar geworden, dass es sich bei dem Turnier „um ein Stelldichein rechter Hooligan-Gruppen aus Essen und überregionaler Gruppen handelt“. Ein Teilnehmer eines Turniers habe den Hitlergruß gezeigt, ein anderer Tätowierungen mit verbotenen Symbolen offen zur Schau getragen.

Die „Brigade Essen“ gebe sich als Fanclub von Rot-Weiss Essen, heißt es dazu in einer Stellungnahme der Partei Die Linke. Aus ihrer Sicht ist die Zusammensetzung des Turniers, an dem mehrere RWE-Fanclubs beteiligt gewesen seien, ein Fingerzeig, dass Rot-Weiss Essen in seiner Fanszene „aufräumen“ müsse.

Auch die „Steeler Jungs“ sollen sich für eine Teilnahme an dem Turnier interessiert haben

Für eine Teilnahme an der Neuauflage des Turniers sollen sich laut „Essen stellt sich quer“ auch die „Steeler Jungs“ interessiert haben.

Die Stadtverwaltung, die für die Vergabe des Platzes zuständig ist, sei auf das Umfeld hingewiesen worden. „Das Turnier wurde als Privatveranstaltung angemeldet. Dass sich hinter der Anmeldung die ‘Brigade Essen’ verbirgt, wurde bewusst unterschlagen“, mutmaßt „Essen stellt sich quer“.

Die Haltung der Stadtverwaltung sei ein erfreuliches, vorbildliches und deutliches Zeichen. Was im Detail diesmal für eine Absage durch die zuständigen Sport- und Bäderbetriebe gesprochen hätte, sagte die Stadtsprecherin nicht.

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