Tarifstreit

Reinigungskräfte in Essen wehren sich gegen Einschnitte

Reinigungskräfte fürchten, dass harte Zeiten auf sie zukommen.

Reinigungskräfte fürchten, dass harte Zeiten auf sie zukommen.

Foto: IG Bau

Essen.   Rund 10.000 Gebäudereiniger und Fensterputzer in Essen fürchten heftige Einbußen. Ihre Gewerkschaft kündigt an, sich mit Aktionen zu wehren.

Aufregung unter Gebäudereinigerinnen und Fensterputzern: Ein Manteltarifvertrag hat bislang die Arbeitsbedingungen in Reinigungsfirmen geregelt. Doch den hätten die Arbeitgeber nun gekündigt, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mitteilt. Damit stünden auch die Überstundenzuschläge der vielen Teilzeitkräfte in der Branche auf dem Spiel. Die IG Bau spricht von einem „Griff ins Portemonnaie bei denen, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssen“. Die Branche wolle sich wehren – auch mit Aktionen in Essen.

Gut 10.000 Reinigungskräfte in Essen betroffen

Gut 10.000 Arbeitskräfte in Essen seien betroffen. „Die Reinigungskräfte hängen in der Luft. Die 132 Essener Reinigungsfirmen können ihnen Urlaubstage streichen und zusätzliche Arbeitszeiten aufs Auge drücken“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG Bau Mülheim-Essen-Oberhausen, Peter Köster. Er kritisiert, dass „die Arbeitgeber bei den Überstunden Geld sparen wollen, insbesondere bei Teilzeitkräften“.

Der bisherige Rahmentarifvertrag sehe bei Mehrarbeit für Vollzeit-Beschäftigte einen Zuschlag von 25 Prozent des Stundenlohns vor. Nachdem das Bundesarbeitsgericht nun entschieden habe, dass auch Teilzeit-Beschäftigte Anspruch auf diesen Zuschlag hätten, sei die Absicht der Arbeitgeber klar: „Sie wollen bei den Zuschlägen knapsen. Es ist ein Griff ins Portemonnaie von Teilzeitkräften. Es trifft also die Menschen, die ohnehin schon wenig haben und extrem hart für ihr Geld arbeiten müssen“, sagt Peter Köster.

Friedenspflicht zwischen Gewerkschaft und Innungsverband endet am 31. Juli

Überstunden seien in der Gebäudereinigung an der Tagesordnung – und Teilzeitjobs verbreitet: In Essen arbeiten laut IG Bau 8830 Gebäudereinigerinnen und Fensterputzer in Teilzeit, 4150 davon mit einem Minijob. Köster kündigt an, dass die Absichten Konsequenzen hätten: Die Friedenspflicht zwischen IG Bau und Innungsverband ende am 31. Juli. „Bis dahin wird die Wut der Beschäftigten weiter wachsen. Sie werden ihrem Ärger bei betrieblichen und öffentlichen Aktionen in den nächsten Wochen Luft machen – auch in Essen“, so Köster. (kisi)

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