Handel

Essen-Rüttenscheid: Umbau der Einkaufsmeile belastet Handel

Umfangreiche Bauarbeiten sind erforderlich, um die Rüttenscheider Straße in eine Radstraße umzuwandeln.

Umfangreiche Bauarbeiten sind erforderlich, um die Rüttenscheider Straße in eine Radstraße umzuwandeln.

Foto: Socrates Tassos / FFS

Essen-Rüttenscheid.  Eine Vielzahl von Geschäften in Essen-Rüttenscheid hat derzeit eine Baustelle vor der Ladentür. Händler sorgen sich um ihre Umsätze.

Der Umbau der Rüttenscheider Straße schreitet voran, inzwischen haben Arbeiten auch in Höhe der Klara- und der Zweigertstraße begonnen. Dass mittlerweile zahlreiche Händler mit einer Baustelle vor ihrer Ladentür leben müssen, stößt auf ein geteiltes Echo.

Modehändlerin aus Essen-Rüttenscheid beklagt Parkplatzmangel

„Erst Corona und jetzt auch noch das“, sagt Hanim Yücakaya-Arndt, die zwei Modeläden („Hanim“ und „Hanim No2“) an der Rü betreibt. Seit Beginn des Vorhabens sei die Zahl der Kunden doch deutlich zurückgegangen. Die Ursache liegt für sie klar auf der Hand: „Die Leute finden jetzt viel schlechter einen Parkplatz.“ Damit der Umsatz stimme, seien ihre Geschäfte aber nun mal auf auswärtige Kunden angewiesen. Doch die hätten im Moment ein Problem, wenn sie zu den Läden gelangen wollten. Dabei hatte Yücakaya-Arndt auf die bevorstehende Herbstsaison gesetzt. Denn das Sommergeschäft habe infolge von Corona sehr stark gelitten. Inzwischen habe sie aber Zweifel daran, ob sich die Hoffnung auf baldige bessere Zeiten erfüllt. Die Stadt habe schließlich eine Bauzeit von zehn Wochen angekündigt. Das sei schon ganz schön lang, zumal man auch nicht wisse, ob der Zeitrahmen am Ende auch wirklich eingehalten wird.

Die Kombination von Baustelle und Handel sei von Natur aus schwierig, meint Bernd Schwantes, Geschäftsführer des gleichnamigen Elektrofachmarktes. Ein Ausbleiben von Kunden in größerem Ausmaß könne er momentan aber noch nicht feststellen, wobei man schon einen gewissen Rückgang beobachte. Nach seiner Einschätzung hält sich die Belastung für die Verkehrsteilnehmer, vom Autofahrer bis hin zum Fußgänger, derzeit zwar noch in Grenzen. Aber man müsse mal abwarten, wie es ab Mitte August auf der Rüttenscheider Straße aussehe, wenn die Sommerferien enden und viele Leute aus dem Urlaub zurückkehren würden.

Einschränkungen durch Einbahnstraße

Nach Ansicht von Axel Ostermann, Geschäftsführer der Papeterie Petersen, hat sich das Bauvorhaben bislang noch nicht auf die Geschäftszahlen ausgewirkt. Zugleich betont er aber auch, dass die Zeitvorgaben auch möglichst eingehalten werden sollten. Denn die jetzt geltende Einbahnstraßenregelung zwischen Zweigert- und Martinstraße bringe doch erhebliche Einschränkungen mit sich. Da wäre es doch sehr wünschenswert, wenn diese nicht länger als die vorgesehenen zweieinhalb Monate andauern würden. Offensichtlich führe die Verkehrsregelung in dem einen oder anderen Kreuzungsbereich, beispielsweise an der Einmündung Dorotheenstraße, zu Komplikationen.

Arbeiten zügig zum Abschluss bringen

Wenn auch das Fleischergeschäft Gronau, so Juniorchef Kenny Vogel, stabile Umsätze verzeichne, frage er sich schon, warum die Stadt nun doch recht lange für den Umbau benötige. Auf der Busehofstraße, dem Verwaltungssitz des Betriebes, seien offensichtlich nur wenige Tage erforderlich, um sie in eine Radtrasse umzuwandeln. Wie sich eine Rü als Fahrradstraße auf die Rüttenscheider Filiale auswirken werde, lasse sich kaum vorhersagen, so Vogel. Jetzt sei es zunächst entscheidend, die Arbeiten zügig zum Abschluss zu bringen.

Damit die Bauarbeiten nicht durch parkende Autos behindert oder verzögert werden, haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Stadtteilbereich derzeit sehr genau im Blick, berichtet Jasmin Trilling, Sprecherin der Stadt Essen. Die Politessen würden sich vor allem bemühen, Falschparker direkt an Ort und Stelle anzusprechen, damit sie den Wagen auch sofort wegbewegen. Allein das Verteilen von Knöllchen sei wenig hilfreich, wenn das Fahrzeug den Fortgang der Arbeiten störe.

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