Kneipp-Verein

Kneipp-Verein wünscht sich ein neues Becken im Grugapark

Gregor Heinrichs und Kerstin Berndt führen den perfekten Storchengang nach der Kneipp-Philosophie vor. Sie wünschen sich ein Kneipp-Becken mit klarem Wasser in der Gruga.

Gregor Heinrichs und Kerstin Berndt führen den perfekten Storchengang nach der Kneipp-Philosophie vor. Sie wünschen sich ein Kneipp-Becken mit klarem Wasser in der Gruga.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Rüttenscheid.  Essener Kneipp-Verein feiert seinen 125. Geburtstag. Große Feier am 5. Oktober und ein sehnlicher Wunsch: Ein neues Kneipp-Becken in der Gruga.

Der Grugapark ist ein Lieblingsort von Gregor Heinrichs und Kerstin Berndt. Wegen der Therme und der Teiche. Sie glauben an die heilende Kraft des Wassers. So wie alle Mitglieder des Essener Kneipp-Vereins. Und sie haben einen großen gemeinsamen Wunsch: Endlich wieder ein richtig schönes Kneipp-Becken in der Gruga.

Am Samstag feiern sie in Rüttenscheid das 125-jährige Bestehen ihres Vereins. Sebastian Kneipp persönlich wird als Stargast erwartet. Aber Moment. Ist er nicht vor gut 120 Jahren gestorben? Gregor Heinrichs lächelt. Man stellt sich den Vereinsvorsitzenden auf der Stelle im historischen Gewand vor. Womöglich trägt er in dem Beutel, auf den die fünf Säulen der kneippschen Lehre aufgedruckt sind, bereits die Vorlage für seine Festrede bei sich.

Kneipp-Verein Essen trifft sich dienstags um 13.30 Uhr zum Gesundheitsgang in der Gruga

Sebastian Kneipp – Priester und Naturheilkundler. Zu Lebzeiten gefeiert, hier und da aber auch als Kurpfuscher beschimpft. In Vergessenheit geraten ist er nie. Rund 600 Kneipp-Vereine gibt es deutschlandweit. Der Essener Ableger war gerade gegründet, als Sebastian Kneipp Anfang Oktober 1894 zu einem Vortrag im Essener Saalbau erschienen ist (damals war er es wirklich). Gregor Heinrichs sammelt viele Unterlagen rund um den Namensgeber seines Vereins. Darunter befindet sich auch eine Kopie der Vortragsankündigung aus einer Essener Zeitung.

Doch die Kneippianer blicken keineswegs nur in die Vergangenheit. Sie bieten heute ein Programm, das Körper und Geist gut tun soll. Andere nennen es Wellness und Walking, sie formulieren es etwas bodenständiger und sagen Wohlfühlen oder Gesundheitsgang (immer dienstags, 13.30 Uhr ab Gruga-Therme) – gemeint sind oft ähnliche Dinge.

Der Ersatz für das Kneipp-Becken wird vor allem von den Enten genutzt

Die Gesundheitsidee im Kneipp-Stil geht über die kalten Armbäder oder das Wassertreten hinaus. Kneipp stützte seine Lehre auf die fünf Säulen Wasser, Bewegung, Lebensordnung, Heilpflanzen und Ernährung. Die spielen in den Programmen weiter eine große Rolle. „Ich glaube, dass Kneipp wieder an Bedeutung gewinnen wird“, sagt Vereinsmitglied Kerstin Berndt. Sie selbst hat sich erst kürzlich dem Verein angeschlossen und gesteht bereits: „Ich brenne für diese Sache.“ Der Kneipp-Gedanke passe in eine Welt, in der sich die Menschen zunehmend Gedanken über sich, ihr Leben und ihre Umwelt machten.

120 Mitglieder gehören heute zu dem Essener Verein. Sie alle haben einen Traum: „Wir hätten gerne wieder ein richtiges Kneipp-Becken mit klarem Wasser in der Gruga“, sagt Gregor Heinrichs. Das alte wurde 2013 zugeschüttet, obwohl es intensiv genutzt worden sei. Nun gibt es zwar einen Ersatz im Margarethensee, aber wer ihn anschaut, stellt fest, dass den vor allem die Enten heilsam für Körper und Geist finden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben