Straßenverkehr

Fußgänger scheitern an Grünphase einer Rüttenscheider Ampel

Die Fußgänger sind noch unterwegs, aber die Ampel zeigt schon Rot. An der Kreuzung Martinstraße/Rüttenscheider Straße passiert das ständig.

Die Fußgänger sind noch unterwegs, aber die Ampel zeigt schon Rot. An der Kreuzung Martinstraße/Rüttenscheider Straße passiert das ständig.

Foto: André Hirtz / Funke Foto Services

Rüttenscheid.  Eine Ampel in Rüttenscheid lässt Fußgänger regelmäßig scheitern. Die Grünphase ist zu kurz, um auf die andere Seite zu kommen.

Usain Bolt hätte eine Chance. Den schnellsten Mann der Welt würde diese Ampel wohl nicht ärgern. Wer bei Olympischen Spielen zu Medaillen sprintet, schafft auch diese Grünphase. Viele Fußgänger haben allerdings Probleme, die Straße komplett zu überqueren, so lange das Licht für sie Grün zeigt. Gemeint ist die Fußgängerampel an der Martinstraße/Rüttenscheider Straße.

Es gibt Passanten, die bezeichnen sie als die Ampel mit der „vielleicht kürzesten Grünphase Essens“. Auch bei der Stadt ist besagte Fußgängerampel ein Thema. Vor allem deshalb, weil schon einige Medien auf sie aufmerksam geworden sind und angefragt haben, was es mit der Turbo-Ampel auf sich hat. Dazu sagt Stadtsprecherin Jasmin Trilling: „Dass einzelnen Personen eine Grünphase zu kurz erscheint, ist uns bekannt. Jedoch sind immer genügend Räumzeiten nach dem Wechsel von Grün auf Rot geplant, so dass die nächste Ampel erst nach einer weiteren Zeitverzögerung Grün erhält.“ Das heißt: Wer bei Grün losgeht, muss nicht sofort um sein Leben fürchten, sobald die Ampel auf Rot umschaltet. Es bleibt ein zeitlicher Puffer, bis die Autos losfahren dürfen.

Ehepaar aus Gelsenkirchen: Rüttenscheid hat etwas Großstädtisches

Etwas mulmig wird einigen Fußgängern dennoch. „Wir haben schon viele Menschen an dieser Stelle bei Rot loslaufen sehen“, sagt eine Rentnerin aus Gelsenkirchen-Buer, die gemeinsam mit ihrem Mann immer mal wieder durch Rüttenscheid bummelt. Ihr Mann vermutet, „dass mit der kurzen Grünphase die Menschen dazu erzogen werden sollen, schneller zu laufen“. Lachend bemerkt die Frau, dass es schon etwas Großstädtisches an sich habe, wenn Fußgänger bei Rot die Straße überqueren. „Das ist hier wie in Berlin oder Paris. Bei uns in Buer würde es das nicht geben.“

Der Fußgängerüberweg an der Martinstraße ist zweigeteilt. Es gibt zwei Fußgängerampeln hintereinander und dazwischen eine Verkehrsinsel. Im Test hat es keiner der Fußgänger geschafft, mit einem normalen Tempo die Verkehrsinsel innerhalb der Grünphase zu erreichen. Die Grünphase dauerte handgestoppt keine sechs Sekunden an. Dazu sagt die Stadtsprecherin, dass an dieser Ampel verschiedene Programme laufen und damit die Grünphase leicht unterschiedlich ist – je nach Tageszeit. Außerdem greift auch der Bus in die Steuerung ein und kann die Grünzeit für den Fußgänger verkürzen.

Bislang kein Thema in der Essener Unfallkommission

Der Grünen-Ratsherr und Rüttenscheider Rolf Fliß sagt auf Anfrage dieser Redaktion, dass besagte Fußgängerampel bislang noch kein Thema in der Essener Unfallkommission gewesen sei. Er weist aber darauf hin, dass sich demnächst ohnehin einiges im Rüttenscheider Straßenverkehr rund um die Alfredstraße und die benachbarten Straßen tun werde. Denn: „Der Verkehr auf der Alfredstraße soll flüssiger laufen, damit es weniger Staus gibt. Ziel ist es, den Abgas-Ausstoß zu verringern.“ Ein Gutachten solle ermitteln, welche Lösungen sich genau anbieten könnten. Es sei aber damit zu rechnen, dass die Alfredstraße mehr Grünphasen und die Querstraßen mehr Rotphasen für den Autoverkehr bekommen. Das hätte dann auch Konsequenzen auf die Fußgängerampeln.

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