Gourmetmeile

Rü Genuss pur: Die köstlichste Zeit in Rüttenscheid läuft

Anstoßen auf fünf genussvolle Tage: Bis Sonntag hat die Gourmetmeile „Rü Genuss pur“ geöffnet.

Anstoßen auf fünf genussvolle Tage: Bis Sonntag hat die Gourmetmeile „Rü Genuss pur“ geöffnet.

Foto: Julia Tillmann

Rüttenscheid.  Die Gourmetmeile „Rü Genuss pur“ in Rüttenscheid ist eröffnet. Harte Arbeit für die Gastronomen, aber auch Gefühle wie bei einer Klassenfahrt.

Die Wolken sahen böse aus, stellten sich aber als recht brav heraus. Zumindest die Eröffnungsfeier der Gourmetmeile „Rü Genuss pur“ ist am Mittwochnachmittag schon mal von größerem Regen verschont geblieben. Der Feind jeder Feier unter freiem Himmel hielt sich zurück. So soll es bis Sonntagabend bitteschön bleiben, wenn es nach den Organisatoren, Besuchern und Gastronomen geht.

Denn es ist ja so, „Dauerregen und Gewitter wären das Schlimmste“, sagt Judith Sporken, Betriebsleiterin des „Church“, als es dann doch etwas tröpfelte. Zum dritten Mal ist das Innenstadt-Restaurant mit einem Stand in Rüttenscheid vertreten und vor allem dieses: mit Freude dabei. „Dahinter steckt richtig viel Arbeit, aber die Atmosphäre ist für uns Gastronomen auch wie bei einer Klassenfahrt. Man hilft sich und hat gemeinsam Spaß.“ Immer wieder werden die starke Logistik und das eingespielte Organisationsteam bei dieser Veranstaltung gelobt.

Für die Gastronomen kann der Arbeitstag 16 Stunden lang werden

Dennoch kann es passieren, dass zu später Stunde an einem rappelvollen Freitagabend kurzfristig etwas fehlt. „Dann tauschen wir frische Teller von einem Stand gegen neue Gabeln von einem anderen“, sagt Sporken. Was die meisten Besucher gar nicht mitbekommen: Für die Teams kann ein Rü-Genuss-Tag schon mal 16 Stunden dauern. In der Restaurantküche wird vorgekocht, das Essen muss zur Meile in Rüttenscheid transportiert werden, und erst wenn der letzte Gast seinen genussreichen Abend beendet hat, können die Gastronomen mit dem Aufräumen beginnen.

Das Church ist ein recht ungewöhnliches Restaurant mit einer ambitionierten Küche. Nicht jeder weiß, dass hier auch Menschen eingebunden werden, die ein Handicap haben oder denen der erste Arbeitsmarkt aus verschiedenen Gründen versperrt bleibt. Hier hat sich schon manch ein Ein-Euro-Jobber als echtes Gastro-Talent herausgestellt. Denn eines soll bei allem sozialen Zweck im Vordergrund stehen: die Qualität der Gerichte.

Etliche Meter roter Teppich für die Besucher in Rüttenscheid ausgerollt

Einen gewissen Druck verspüren sie bei Church, aber es ist ein motivierender Druck. Das liegt am Rüttenscheider Flair mit „etwas Chichi, den vielen Kreativen und der Optik, die hier immer eine große Rolle spielt“, sagt Judith Sporken. Das liegt aber auch an der elitären Nachbarschaft. Gegenüber ist der Hugenpoet-Stand aufgebaut. Schlossküche, vielfach ausgezeichnet, hoch gelobt, Star der Essener Restaurant-Landschaft.

Schon zur Eröffnung am Mittwochnachmittag hatten weit über hundert Gäste den Weg über die einladend ausgerollten roten Teppiche genommen, vorbei an der Zeltstadt und sehr viel bunter Blumendeko. „Ich bin jedes Jahr erstaunt, was man aus so einem Schotterplatz machen kann“, sagt Rolf Krane, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Rüttenscheid. Und auf der Bühne, die nun bis Sonntag vor allem für das Musik-Programm reserviert ist, sprach „Rü Genuss pur“-Erfinder Werner Rzepucha dann die entscheidenden Worte: „Die Gerichte sind gekocht, der Wein ist kalt, das Bier ist sehr kalt. Wir können loslegen.“

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