Sanierung

Schwimmer leiden unter Schließung des Holsterhauser Bades

Das Schulschwimmbad an der Rembrandtstraße in Holsterhausen ist schon seit gut einem Jahr geschlossen. Und es wird noch lange dauern, bis es wieder genutzt werden kann.

Das Schulschwimmbad an der Rembrandtstraße in Holsterhausen ist schon seit gut einem Jahr geschlossen. Und es wird noch lange dauern, bis es wieder genutzt werden kann.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Holsterhausen.  Die Sanierung der Holsterhauser Schulschwimmhalle dauert länger als geplant. Kurse fallen aus, den Vereinen laufen die Mitglieder davon.

Die Gefühlswelt der Schwimmer bewegt sich irgendwo zwischen Enttäuschung und Entrüstung. Die Nachricht darüber, dass die Schulschwimmhalle Holsterhausen viel länger als ursprünglich geplant geschlossen bleibt, wirbelt die Planungen durcheinander. Doch nicht nur das: „Rund 70 Prozent der Holsterhauser Schwimmer haben sich deswegen zunächst vom Verein abgemeldet“, sagt Petra Wiskow von der Startgemeinschaft (SG) Essen.

Kürzlich hatte die Stadt mitgeteilt, dass die Schulschwimmhalle in Holsterhausen bis voraussichtlich Ende 2020 geschlossen bleibe. Noch im Januar hatte es die Hoffnung gegeben, das Bad könne möglicherweise im kommenden Herbst wieder genutzt werden. Doch daraus wird nun nichts. Der Grund: In dem Schulzentrum stehen gleich mehrere Sanierungen an. Nicht nur am Lehrschwimmbecken wird gearbeitet, sondern auch an einem Gymnastikraum und an zwei Turnhallen, so teilt es die Stadt mit. Laut Grundstücksverwaltung muss das Schwimmbecken auch für die Dauer des Umbaus der darüberliegenden Sporthalle geschlossen bleiben, denn die maroden Leitungen, die erneuert werden sollen, verlaufen durch das komplette Gebäude. Es sei nicht möglich, die Baumaßnahmen voneinander zu trennen.

Viele Vereine sind von der Schließung in Holsterhausen betroffen

Mit dieser Nachricht werden die Programme etlicher Schwimm- und Wassersportgruppen in Essen hinfällig. „Von der Schließung in Holsterhausen sind diverse Vereine betroffen“, sagt Petra Wiskow. Schon seit gut einem Jahr fallen Schwimmkurse aus. „Die Vereine versuchen sich gegenseitig zu helfen, aber es ist egal, wie man es dreht und wendet, es kann nicht alles kompensiert werden. Wir hängen in der Luft“, sagt Petra Wiskow.

Dass neben dem Bad in Holsterhausen auch das Rüttenscheider Bad wegen Sanierungsarbeiten bis voraussichtlich Oktober geschlossen bleibt, macht die Organisation nicht einfacher. „Ich kann Eltern verstehen, die ihre Kinder nicht durch halb Essen bis zum Nord-Ost-Bad oder bis nach Altenessen zum Schwimmunterricht fahren können“, sagt Petra Wiskow. Was auf der anderen Seite aber auch bedauerlich sei, weil gerade der Schwimmunterricht für Anfänger unter den Schließungen der Bäder leide.

„Unsere Leistungsschwimmer finden eher Trainingsmöglichkeiten, sie nutzen beispielsweise das Grugabad“, sagt Wiskow, die selbst Wettkampfschwimmerin war. Und wie sich die Sanierung des Schwimmzentrums Rüttenscheid gestalte, müsse auch erst abgewartet werden, gibt sie zu bedenken. Denn wenn dort zunächst die 50-Meter-Bahn geöffnet werde, die Mehrzweckhalle aber weiter geschlossen bleibe, bringe das den Schwimmanfängern, für die so dringend Platz benötigt werde, wenig.

Auch Wassergymnastik-Kurse betroffen

In einer Rund-Mail an die Mitglieder hat die Sparte Schwimmen kürzlich darüber informiert, dass in Holsterhausen noch längerfristig mit Einschränkungen zu rechnen ist. Die Dachorganisation der Essener Schwimmsportvereine und -abteilungen hat in dieser Mail auch darauf aufmerksam gemacht, dass Wassergymnastik-Kurse, die in Holsterhausen geplant waren, nun ausfallen müssen. Dass die Sanierung länger dauere, sei bei Druck des aktuellen Programmheftes noch nicht abzusehen gewesen. Als Ersatz könnten einige freie Plätze für Kurse im Sportbad Thurmfeld angeboten werden. Aber spürbare Erleichterung dürfte auch dieses Angebot nicht bringen.

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