Musik

Salvador Sobrals erstes Deutschlandkonzert in Essen gefeiert

Salvador Sobral beim Auftritt in der Essener Lichtburg.

Salvador Sobral beim Auftritt in der Essener Lichtburg.

Foto: Christoph Giese

Essen.   European-Song-Contest-Gewinner präsentiert sich mit neuem Herzen und voller Lebenslust in der Lichtburg. Und singt auch einen Song von Max Raabe.

Der Mann trägt die pure Lust am Leben in sich. Das spürt man schon, wenn Salvador Sobral auf die Bühne der altehrwürdigen Lichtburg kommt, ach was, stürmt. Aufgekratzt, zu seinen Kollegen brabbelnd, so als wäre man auf dem Weg zu einer Probe, aber nicht zum allerersten Konzert seines Lebens in Deutschland.

Mit nur 27 Jahren bekam er ein neues Spenderherz

Diese Lebenslust kann man mehr als verstehen. 2017 gewann er völlig überraschend den European Song Contest. Mit einer Ballade, geschrieben von seiner Schwester. Um dann auf dem Höhepunkt seiner Karriere erst einmal hart runter auf Null zu schalten. Das Herz war kaputt, schon beim ESC ging es ihm schlecht. Ende 2017 bekam er mit nur 27 Jahren ein neues, ein Spenderherz eingepflanzt.

Jetzt ist er zurück. Und wer nur den ESC-Siegersong „Amar pelos dois“ von ihm kannte, der wird sich in Essen gewundert haben. Denn Salvador Sobral war und ist Jazzsänger. Einer, der dabei über Länder- und Stilgrenzen schaut. Einer, der gerne mal exaltiert beim Singen hüpft und jubiliert, seine satte Stimme hochschraubt, in den Flügelkasten hinein singt und dabei mit Silben spielt, dass es wie Sprache klingt.

Am Ende singt er „Kein Schwein ruft mich an“

Aber natürlich ist der Portugiese nicht nur herrlich komisch, sondern als Sänger einfach großartig. Wie in einem von seinem Pianisten Júlio Resende vertonten Gedicht von Fernando Pessoa. Oder einem eindringlichen Lied über Untreue. Diese und weitere Stücke Musik gehen mit ihrer Intensität und ihrem Gefühl unter die Haut.

Seinen Riesenhit kündigt Salvador Sobral übrigens auf einem Stuhl stehend mit flapsigen Sprüchen an. Da hat er wieder den Schalk im Nacken. Wie auch ganz am Ende von zwei wie im Fluge vergehenden Stunden. Alleine auf der Bühne am Klavier sitzend, singt er überraschenderweise „Kein Schwein ruft mich an“ von Max Raabe. Die pure Lust am Leben eben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben