Panini-Sammelalbum

Sammelalbum „Schwarz Rot Gold“ vereint Großeltern und Enkel

Schwarz-Rot-Gold: Monika Guyens aus Frohnhausen sammelt die Panini-Sticker nicht nur für sich, sondern auch für die Enkel ihrer Freundin.

Schwarz-Rot-Gold: Monika Guyens aus Frohnhausen sammelt die Panini-Sticker nicht nur für sich, sondern auch für die Enkel ihrer Freundin.

Foto: André Hirtz / André Hirtz / Funke Foto Services

Essen.   Das neue Sammelalbum „Schwarz Rot Gold“ über 70 Jahre Bundesrepublik Deutschland bringt die Generationen zusammen. Zeitung verlost Starterpacks.

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70 Jahre Bundesrepublik Deutschland: Das neue Panini-Sammelalbum „Schwarz Rot Gold“ erzählt die Erfolgsgeschichte der zweiten Republik auf 60 Seiten und 333 Stickern. Besonders bei jenen Essenern, die diese wechselvolle Geschichte größtenteils persönlich miterlebt haben, entfacht „Schwarz Rot Gold“ eine stürmische Sammelleidenschaft. Ein charmantes Phänomen: Sehr viele Erwachsene sammeln eifrig mit für die jüngere Generation. Für die eigenen Kinder, für Enkelkinder, für Neffen und Nichten – oder, wie bei Monika Guyens der Fall, für die Enkel der besten Freundin.

Als Monika Guyens geboren wurde, lag Essen in Trümmern

„Der Sammelband ist eine tolle Idee, gerade für Kinder ab zehn Jahren“, sagt die Frohnhauserin. Als sie 1945 auf die Welt kam, lag Essen in Trümmern. Mehr als 70 Jahre später herrschen Wohlstand und Überfluss. „Ich weiß noch, dass ich als kleines Mädchen so viele Wünsche hatte, die natürlich nicht erfüllt werden konnten“, erinnert sie sich. Das Elternhaus in Haarzopf sei zerbombt worden. „Das Geld wurde für den Wiederaufbau benötigt.“ Ihre Freundin habe einen Puppenwagen besessen, sie nicht. Alles sei knapp gewesen, auch Obst. „Die Entbehrung war hautnah“. Lauter Lebenserfahrungen, die auch der „Schwarz Rot Gold“-Sammelband anschneidet.

Horst Gellesch gefällt der Bezug zu Essen und dem Ruhrgebiet

Horst Gellesch (81) aus Vogelheim fehlen noch 15 Bilder, dann ist der Sammelband voll. „Mir gefällt der Bezug zu Essen und zum Ruhrgebiet“, sagt der pensionierte Elektriker, der auch für die beiden Enkel seiner Lebensgefährtin mitsammelt. Sammeln sei ohnehin sein Hobby, sagt er und verweist auf seine Briefmarkensammlung. Für die Panini-Alben gehe er auch gerne zu Tauschbörsen.

Als er das Bild Nummer 110 auf der Präsidenten-Seite einklebte, wurden Erinnerungen wach. „Ich habe Johannes Rau persönlich kennengelernt bei einem Skat-Turnier der SPD in Elberfeld.“ Den achten Bundespräsidenten der Bundesrepublik habe er als sympathischen Mann in Erinnerung, genauso wie den Zehnkämpfer Frank Busemann.

Harald Langensiepen: „Demokratie ist tausendmal besser als Diktatur“

„Demokratie ist tausendmal besser als Diktatur“, sagt Harald Langensiepen. Der 79 Jahre alte pensionierte Polizeihauptmeister sammelt ebenfalls für zwei: für sich und seinen Enkel Pascal, dessen Interesse für Geschichte er wecken möchte. „In dem spannenden Sammelband ist alles drin, vor allem stimmt der Ruhrpott-Bezug.“ Für „Schwarz Rot Gold“ hat er zwei Pakete mit jeweils 250 Stickern gekauft. „Den Rest tausche ich mit meiner Nachbarin.“

Eine Erfahrung, über die viele Sammler von Panini-Bildern bei Tauschbörsen berichten, ist: Das Sammeln belebt das Familienleben. man kommt ins Gespräch, der Jüngere lernt vom Älteren und umgekehrt.

Ingrid Niemann vermisst die Frauenbewegung und den Anti-Akw-Protest

Die pensionierte Religions- und Pädagogiklehrerin Ingrid Niemann (66) vom Gymnasium An der Wolfskuhle sammelt nicht nur Geschichte, sie ist auch forschend tätig. „Vom Geleitbrief zum gelben Stern“ hat sie ihr Buch über das jüdische Leben in Steele betitelt. In ihrem Regal stehen bereits die Panini-Bände „Essen sammelt Essen“, „Revier sammelt Revier“ und „Schwarzes Gold“. Im neuen Album „Schwarz Rot Gold“ habe sie „gut gemachte Seiten“ entdeckt, aber sie vermisse wichtige Aspekte – „zum Beispiel die Frauenbewegung, den Anti-Akw-Protest, die Friedensbewegung.“ Auch die Achtundsechziger, die für wichtige Impulse gesorgt hätten, seien unterrepräsentiert. Gut wiedergegeben sei wiederum die DDR-Geschichte, dafür stehe das Automobil zu sehr im Vordergrund. Sammeln und sichten, kleben und tauschen: Ingrid Niemann ist bald am Ziel. „Mir fehlen nur noch einige Bilder.“

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