Zollverein

Scherbenhaufen auf Zollverein nach Aus fürs Campus-Projekt

Foto: WAZ

Essen.   Die Ansiedlung des Euref-Gründerzentrums ist gescheitert, weil sich der Denkmalschutz durchgesetzt hat. Künftige Investoren werden abgeschreckt.

Das von der Stiftung Zollverein offiziell verkündete Aus des Campus-Projektes ist keine Überraschung mehr. Die Spatzen hatten es längst vom hohen Doppelbock gepfiffen.

Mit 2000 Arbeitsplätzen und einer 50-Millionen-Euro-Investition hatte der Berliner Investor Reinhard Müller geworben, gerade für Essen mit seiner bedrückend hohen Arbeitslosenzahl verheißungsvolle Zahlen. Doch leider wird daraus nichts.

Die ernüchternde Erkenntnis: Die Hürden, die der Welterbe-Status auf Zollverein mit sich bringt, scheinen für Investoren dieser Größenordnung schier unüberwindbar zu sein. Das ist höchst bedauerlich.

Welterbe – eine Medaille mit zwei Seiten

Welterbe – das ist eine Medaille mit zwei Seiten. Die eine adelt Essen, hebt die alte Bergbaustadt in denselben glänzenden Rang wie Köln und Aachen mit ihren Kathedralen. Aber Welterbe ist auch ein Fluch, nämlich dann, wenn auf solch einem gigantischen Areal echtes Geld in großem Stil verdient werden will.

Nach dem Aus des Gründerzentrums gibt es nur Verlierer – vom Investor selbst bis hin zu den vielen jungen Menschen im Ruhrgebiet, denen attraktive Spitzenjobs nun entgehen. Alle Beteiligten stehen vor einem Scherbenhaufen. Selbst die Denkmalschützer haben keinen Grund zu triumphieren. Der Scheich – das war eine Lachnummer. Das Campusprojekt wäre solide gewesen. Und nun? Künftige Investoren werden jetzt regelrecht abgeschreckt. Dass die RAG mit Zentrale, Stiftung und Immobilientochter hierher zurückgekehrt ist, reicht bei weitem nicht aus.

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