Autobahnsperrung

Sicherung des A40-Schachts könnte zwei Wochen dauern

Das Archivbild zeigt Ahmed Karroum (Leiter der Regionalniederlassung Ruhr Straßen NRW) und Projektleiter Frank Theißing Anfang März dort, wo bald kein Auto mehr fährt: im Autobahndreieck Essen-Ost (A52/A40).

Das Archivbild zeigt Ahmed Karroum (Leiter der Regionalniederlassung Ruhr Straßen NRW) und Projektleiter Frank Theißing Anfang März dort, wo bald kein Auto mehr fährt: im Autobahndreieck Essen-Ost (A52/A40).

Foto: Ulrich von Born

Essen.   Der Schacht, der nun die Sperrung der Autobahnen 40 und 52 verursacht, wurde 1840 in den Boden getrieben. Zu seiner Sicherung wird Straßen NRW ein Stahlgerüst auf der Autobahn aufbauen lassen, um zu verhindern, dass Menschen oder Maschinen einbrechen, sollte es zu einem Tagesbruch kommen.

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Drei Mal hatte sich der Bohrer bis zu 65 Meter tief ins Erdreich vorgegraben. Ohne Erfolg. Der vierte Versuch brachte den Treffer ins Schwarze: An der A 40 in Höhe der Huckarder Straße haben Techniker der DMT den alten Bergbauschacht aus dem 19. Jahrhundert gefunden, A40 und A52 müssen in Richtung Bochum gesperrt werden.

„Der Schacht ist in einem sehr schlechten Zustand“, berichtet Frank Theißing, Projektleiter von Straßen NRW. Schlimmer noch, er befindet sich unmittelbar unter der Fahrbahn der A40. Die Autobahn wird am heutigen Mittwoch ab 18 Uhr in Fahrtrichtung Bochum gesperrt werden. Denn laut Straßen NRW besteht die Gefahr, dass es jederzeit zu einem Tagesbruch kommen kann. Die in der Mitte der Autobahn liegende Busspur der Evag ist nicht betroffen, die Busse können trotz der Bauarbeiten ungestört fahren.

Schacht in 13,5 Metern Tiefe getroffen

Autofahrer müssen sich in den kommenden Tagen über die innerstädtische Umleitung quälen. Auch wenn es weniger sein dürften als die 65.000, die außerhalb der Ferienzeit täglich auf der A40 in östliche Richtung fahren. Es könnte zur Gedudsprobe werden.„Der Schacht muss gesichert werden. Bis zu 14 Tage kann das dauern“, schätzt Frank Theißing von Straßen NRW.

Die Experten der DMT hatten die Schacht aus dem 19. Jahrhundert in 13,5 Metern Tiefe getroffen. Der Bohrer sackte plötzlich ab, traf nicht mehr auf Widerstand. „Wir sind auf Hohlräume, auf lockeres Material und auf Holz gestoßen.“

Schacht der Zeche Joachim bewegte sich in "falsche Richtung"

Historischen Bergbaukarten zufolge reichte der Schacht senkrecht 56 Meter tief. 1840 war er in den Boden getrieben worden; die Betreiber der Zeche Joachim sicherten sich so die Abbaurechte für das Flöz Mausegatt. Zwei bis drei Jahre wurde Kohle gefördert, dann wurde der Schacht verfüllt und zugemauert. Etwa vier Meter entfernt von jener Stelle, die auf den Karten angegeben ist, traf der Bohrer das Bergbau-Relikt. Mit den Jahren hat sich der Schacht bewegt, „leider nicht in Richtung Huckarder Straße“, bedauert Projektleiter Theißing. Die Hoffnung, dass es es genügen könnte, nur eine Fahrspur der Autobahn zu sperren, musste Straßen NRW aufgeben.

Aller Voraussicht nach wird der Schacht nun mit Zementmörtel verfüllt. Straßen NRW wird dafür ein Stahlgerüst auf der Autobahn aufbauen, um zu verhindern, dass Menschen oder Maschinen einbrechen, sollte es tatsächlich zu einem Tagesbruch kommen.