Frauenkabarett

Sisters of Comedy: Komik-Offensive ohne Quote im Europahaus

Verzaubert als Frau mit leidenschaftlichem Feuer und strengem Gouvernanten-Outfit: Carmela de Feo bekannt als „La Signora“.

Verzaubert als Frau mit leidenschaftlichem Feuer und strengem Gouvernanten-Outfit: Carmela de Feo bekannt als „La Signora“.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Essen.  Bundesweites Show-Format „Sisters of Comedy“ sorgt im Europahaus für Begeisterung. Erlös des Frauenkabarett-Abends geht ans Café Schließfach.

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Wenn sich Mia Mittelkötter, der schrullige Stützstrumpf-Vamp aus dem Sauerland, zur Feier des Tages in Glitzer-Garderobe wirft und bei „La Signora“, Carmela de Feo, die „Fahrradklingel der Leidenschaft“ einen rassigen Fruchtbarkeitstanz einläutet, dann, verehrte Comedy-Herrschaft, gibt es was zu lernen: Wie man sich zum Anwalt einer ernsthaften Sache macht und dabei trotzdem herzhaft über sich selber lachen kann.

Die „Sisters of Comedy“ haben darin schon Übung. Seit 2018 gibt es das bundesweite Format, in dem Komikerinnen, Autorinnen und Musikerinnen der Republik einen Abend lang die Bühne rein weiblich rocken und dabei Geld für die Frauen sammeln, die im Leben sonst weniger zu lachen haben.

Café Schließfach: „Bei uns können die Frauen einfach sein“

Im Stratmanns Theater im Europahaus spielten die „Sisters of Comedy“ auch in der hinreißend komischen zweiten Auflage zugunsten des im Caritas-Haus beheimateten Café Schließfach. Die Einrichtung sei ein besonders niederschwelliges Angebot für obdachlose, drogenabhängige, sich prostituierende und sozial isolierte Frauen, erklärt Sozialarbeiterin Maike van Ackern. „Bei uns können die Frauen einfach sein.“ Dass die Besucherinnen zwischen 19 und 82 dort nicht nur reden und ausruhen, sondern auch essen, waschen und sich aufwärmen können, dafür sorgen die neuen Tische, Herd und Waschmaschine, die von den Spenden im Vorjahr angeschafft werden konnten. Auch in diesem Jahr geht der gesamte Erlös ans Café Schließfach, berichtet die Essener Sopranistin und Projekt-Patin Franziska Dannheim, die die „Sisters of Comedy“ in diesem Jahr ebenso verstärkte wie Moderatorin Ingrid Kühne und die „Pyjamaparty“-Mädels aus dem Europahaus.

Der Gartenzwerg mit Bewegungsmelder pfeift von der Klospülung aus

Und weil man (fast) unter sich war, durften Themen wie die von Lioba Albus alias Mia Mittelkötter sachkundig kommentierte „’mäh tu“-Debatte natürlich nicht fehlen; übrigens keine reine Hollywood-Angelegenheit, findet Mittelkötter. Dass übergriffige Kerle mit Einfluss ihre Finger manchmal nicht bei sich behalten könnten, „das wussten wir im Sauerland schon immer“, versichert die Kabarettistin. Aber wenn ihr heute noch jemand hinterher pfeife, dann sei es ohnehin der strategisch klug platzierte Gartenzwerg mit Bewegungsmelder aus dem Baumarkt. Der huldige dem nackigen Allerwertesten nun ungeachtet jeglicher Alterserscheinung – von der Klospülung aus.

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