Speeddating 55+

Speeddating für Ältere in Essen geht in zweite Runde

In der Kneipe des Kulturforums Grend in Essen-Steele findet am Sonntag, 29. September 2019, das zweite Speeddating für Ältere statt.

In der Kneipe des Kulturforums Grend in Essen-Steele findet am Sonntag, 29. September 2019, das zweite Speeddating für Ältere statt.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Einen neuen Partner kennenzulernen, ist in vorgerücktem Alter nicht leicht. Darum geht das Speeddating für Ältere in Essen in die zweite Runde.

Die Idee entstand aus einer Laune heraus, ihre Umsetzung drohte zunächst an Männermangel zu scheitern: Doch dann feierte das „Speed-Dating 50+“ im Juni im Kulturforum Grend in Essen-Steele eine erfolgreiche Premiere. Und so soll es nun am Sonntag, 29. September, am selben Ort ab 15 Uhr eine Fortsetzung geben.

Entstanden ist das neue Format bekanntlich, weil die 65 Jahre alte Marianne Bischof auf Dating-Portalen im Internet einige teils kuriose, teils unerfreuliche Erfahrungen gemacht hatte. Von „unanständigen Bildern über Fake Profile bis zu 20 Jahre alten Porträtfotos“ sei alles dabei gewesen, erzählte sie ihrer jungen Bekannten Miriam Vogel.

Spontan entschieden sich die beiden, ein nichtkommerzielles Speeddating für Ältere zu organisieren, bei dem sich die Kandidaten gleich von Angesicht zu Angesicht gegenüber sitzen.

Der Raum war rasch gefunden, die Flyer gedruckt, verteilt und auf Facebook gepostet. Mit gemischtem Erfolg: Während sich in kürzester Zeit 16 Frauen meldeten, riefen lediglich drei Männer an. Bei einem so unausgeglichenen Geschlechterverhältnis hätte die Aktion wenig Sinn gehabt.

Ein paar Männer stehen noch auf der Warteliste

Doch nachdem wir über das Problem der Veranstalter berichtet hatten, meldeten sich zahlreiche Männer, der Nachmittag in Grend konnte schließlich mit fast 50 Männern und Frauen stattfinden. „Und ich hab‘ immer noch einige Männer auf der Warteliste“, erzählt Miriam Vogel. Sie sollen nun beim zweiten Termin zum Zuge kommen. Diesmal wendet sich das Speeddating an alle „über 55 Jahre“, ein Sprung um fünf Jahre, von dem sich Marianne Bischof erhofft, dass nun auch ein paar Kandidaten in ihrer Altersklasse dabei sein werden. Nach der Premiere blieb sie lediglich mit einer Frau in Kontakt, mit der sie sich auf Anhieb verstanden hatte.

Ohnehin sei der Nachmittag im Grend, das seine Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellte, rundum gelungen gewesen. Herzchen-Ballons an der Decke, buntes Treiben an den Tischen: Jeweils vier Minuten hatten die „Paare“ Zeit sich ein wenig kennenzulernen, dann ertönte ein Gong und es wurde gewechselt. Später mussten die Fragebögen ausgewertet waren, die alle Teilnehmer übereinander ausgefüllt hatten: Von ein bis drei Herzen konnte man da ankreuzen, und wo beide die Höchstherzzahl für einander vergeben hatten, erfuhren sie am Ende Mail-Adresse und Mobilnummer des anderen. „Allerdings hat diese Auswertung vier Stunden gedauert, da hatten manche längst Nummern ausgetauscht“, erzählt Marianne Bischof.

Die Listen auszuwerten sei in der Tat ziemlich anstrengend gewesen, und die Teilnehmer hätten zu lange warten müssen, bestätigt Miriam Vogel. Darum sollen diesmal maximal 13 Männer und 13 Frauen am Speeddating teilnehmen, zusammen also gut halb so viele wie beim ersten Mal. Außerdem starte man jetzt erst um 15 Uhr, die Mittagszeit fanden einige offenbar zu früh für einen Flirt. Und doch hat es wohl in Einzelfällen gefunkt, „und wir haben schon ein Pärchen“, verrät Miriam Vogel.

Veranstalter freuen sich über das tolle Feedback der Teilnehmer

Auch deswegen sind die Sozialarbeiterin und ihr Kollege Sascha Thiel auch diesmal wieder an Bord, bereiten vor und begleiten den Nachmittag: „Das Feedback war toll, und es war so schön zu sehen, wie gut das ankommt.“

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