Autobahnsperrung

Sperren aus dem Weg geräumt – Autos auf gesperrter A40

Auf der gesperrten A40 in Essen darf die Evag die Busspur weiterhin Richtung Bochum befahren. Der Leiter des Essener Verkehrsamtes kritisiert, dass der Landesbetrieb Straßen NRW nicht zumindest eine Spur freigibt. Foto Alexandra Roth / WAZ FotoPool

Auf der gesperrten A40 in Essen darf die Evag die Busspur weiterhin Richtung Bochum befahren. Der Leiter des Essener Verkehrsamtes kritisiert, dass der Landesbetrieb Straßen NRW nicht zumindest eine Spur freigibt. Foto Alexandra Roth / WAZ FotoPool

Foto: WAZ FotoPool

Essen.   Dauerstau auf der Autobahn, Verkehrschaos in der City: Der Leiter des Essener Verkehrsamtes kritisiert, dass Straßen NRW nicht eine der drei Spuren auf der A40 für den Verkehr freigibt. Kaum zu glauben: Unbekannte Autofahrer räumten Sperren beiseite und fuhren über die gesperrte Autobahn.

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Müssen die Autobahnen A 40 und A 52 in Fahrtrichtung Bochum wirklich voll gesperrt werden, um den alten Bergbauschacht zu verfüllen? Dieter Schmitz, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehr, schüttelt den Kopf. „Wenigstens eine der drei Spuren hätte man frei halten können, damit der Verkehr fließt“, sagt der Verkehrsexperte im Essener Rathaus.

Er weist darauf hin, dass auch die Evag-Busse weiterhin über die Busspur in der Mitte des Ruhrschnellwegs zwischen Zentrum und Kray hin- und herpendeln. Außerdem sei die Autobahn im Bereich des „Problemschachtes“ in den zurückliegenden Jahrzehnten erheblich belastet worden. „Deshalb ist für mich schwer nachvollziehbar, dass die linke Spur nicht frei bleiben kann“, findet Schmitz.

Stau am Donnerstag: „An vielen Stellen in der Stadt sah’s schlimm aus.“

Ein Einwand von höchst offizieller Seite, den insbesondere staugeplagte Autofahrer im Ruhrgebiet mit viel Beifall quittieren dürften. Ein Einwand, den die Verantwortlichen von „Straßen NRW“ und „Deutscher Montan Technologie“ (DMT) hingegen höchst irritiert von sich weisen. „Sackt der Schacht im schlimmsten Fall in sich zusammen, entstünde an der Oberfläche ein Tagesbruch, der alle drei Spuren auf der A 40 erfassen würden“, kontert Jörg Mittrach, der DMT-Sachverständige für Altbergbau.

Auch Projektleiter Frank Theißing von „Straßen NRW“ hält eine Teilsperrung für viel zu gefährlich: „Eine Spur freizuhalten, ist daher völlig ausgeschlossen.“ Die Evag-Busse, betonen die Experten, dürften aus gutem Grunde fahren, denn die Spur liege exakt außerhalb des Gefährdungsbereiches. Der rechteckige Problemschacht (2,40 Meter lang und wohl 1,80 Meter breit) liegt genau unterhalb der Mittelspur. Theißing: „Leider die ungünstigste Stelle, deshalb auch die komplette Sperrung.“

Zwei Jahre nach der spektakulären Vollsperrung der A40 trifft die Baustelle am morschen Bergbauschacht abermals die Schlagader des Ruhrgebiets. Wann der Verkehr wieder normal über die A 40 und A 52 rollen wird, bleibt vorerst ungewiss.

Gute Erfahrungen bei A40-Sperrung 2012 halfen in der City nicht 

Offenbar haben die guten Erfahrungen mit der 2012er-Vollsperrung viele Auto- und Lkw-Fahrer am Gründonnerstag dazu verleitet, den Weg durch den engen Flaschenhals am Dreieck Essen-Ost zu riskieren. „Ein Fehler“, findet Dieter Schmitz, „denn anstatt die Baustelle weiträumig zu umgehen, sind viele direkt reingefahren.“ Die Folge: „An vielen Stellen in der Stadt sah’s schlimm aus.“ Auffällig viele Lastwagen, besonders solche mit ausländischen Kennzeichen, seien in die Staufalle getappt.