Öffentlicher Nahverkehr

Der Bürgerbus ist aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken

Hans Zilles ist Initiator des Haarzopfer Bürgerbusses.

Hans Zilles ist Initiator des Haarzopfer Bürgerbusses.

Foto: Ulrich von Born

Essen.   In Haarzopf ergänzt seit 2005 ein Bürgerbus das Angebot im öffentlichen Personen-Nahverkehr – und das sehr erfolgreich.

Bei unserem Stadtteil-Check landet Haarzopf auf dem vorletzten Platz, wenn es um die Zufriedenheit mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) geht. Die Haarzopfer geben ihrem Stadtteil die Note 3 -. Nur Byfang schneidet noch etwas schlechter ab. Aber da gibt es ja auch nur eine einzige Buslinie. Die Haarzopfer haben dagegen die Wahl, müssen aber umsteigen, wenn sie zum Beispiel in die Innenstadt wollen, berichtet Hans Zilles, Vorsitzender des Bürgerbusvereins, der das ÖPNV-Angebot im Stadtteil seit 2005 ergänzt – und das äußerst erfolgreich.

Über die Margarethenhöhe bis zum Krupp-Krankenhaus

13 Mal pro Tag fährt der Bürgerbus jede volle Stunde von Haarzopf über die Margarethenhöhe bis zum Krupp-Krankenhaus in Rüttenscheid. „Bis zu 80 Fahrgäste steigen zu“, berichtet Hans Zilles, Initiator und 1. Vorsitzender des Bürgerbusvereins.

Den Anstoß für dessen Gründung gab seinerzeit indirekt die Essener Verkehrs-AG (Evag), als diese aufgrund von Bauarbeiten im Stadtteil vorübergehend eine direkte Buslinie nach Rüttenscheid einrichtete. Das Fahrgastaufkommen in Haarzopf stieg um 17 Prozent, angesichts der Kosten von 800 000 Euro pro Jahr stellte die Evag die Linie jedoch wieder ein.

36 ehrenamtliche Fahrer lösen einander am Steuer ab

Hans Zilles suchte und fand engagierte Bürger, die sich hinters Steuer setzen. Landesförderung und Sponsoren machen es möglich. Längst gehört der weiße Achtsitzer zum Straßenbild. 36 ehrenamtliche Fahrer lösen einander ab. „Wir fahren mit Gewinn“, berichtet Zilles.

Mittlerweile hat der Bürgerbusverein ein zweites Fahrzeug angeschafft. Es chauffiert Senioren zum Gottesdienst und Kita-Gruppen zur Gruga. Auch den Linienverkehr würde Verein laut Zilles gerne ausbauen, wenn die Ruhrbahn denn grünes Licht gibt.

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