Stadtteil-Check

Gastro-Müll landet auf „Rattenparkplatz“ im Eltingviertel

Der Bürgerstammtisch initiierte im Frühjahr 2018 eine Putzaktion an der Kleinen Stoppenberger Straße. Der Erfolg war leider nicht von Dauer.

Der Bürgerstammtisch initiierte im Frühjahr 2018 eine Putzaktion an der Kleinen Stoppenberger Straße. Der Erfolg war leider nicht von Dauer.

Foto: Socrates Tassos

Essen.   Der Parkplatz an der Kleinen Stoppenberger Straße im Eltingviertel ist immer wieder vermüllt und deshalb für Anwohner ein ständiges Ärgernis.

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Sie nennen ihn nur den „Rattenparkplatz“. Gemeint ist die öffentliche Stellfläche an der Kleinen Stoppenberger Straße gleich am Bahndamm, der das Eltingviertel von der nördlichen Innenstadt trennt. Der Parkplatz ist beliebt bei all jenen, die hier ihr Auto abstellen, denn das Parken kostet nichts. Für die Anwohner des Eltingviertels ist der Parkplatz hingegen ein ständiges Ärgernis. Denn immer wieder wird die Fläche von wem auch immer als illegale Müllabladeplatz genutzt.

Unbekannte laden säckeweise Essensreste ab

Das gilt auch für die Sammelcontainer für Altglas und Altpapier, ein oft beobachtetes Phänomen nicht nur im Eltingviertel. Besonders schlimm ist aber: Im Schutze der Dunkelheit laden Unbekannte am auf dem Parkplatz ganze Säcke voll mit Essensresten ab. Für die Ratten ist das ein Festmal.

Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um Betreiber von Restaurants oder Imbissbunden handelt, die sich an der Kleinen Stoppenberger Straße ihrer Abfälle entledigen.

EBE führt Container-Standort als „Hotspot“

Die Entsorgungsbetriebe führen den Container-Standort als „Hotspot“. Die Sammelbehälter werden bis zu drei Mal in der Woche angefahren, um wilden Müll abzuräumen, so Anja Wuschof von der EBE. Der Parkplatz werde im Zuge der wöchentlichen Straßenreinigung gesäubert, immer donnerstags zwischen 6 und 13 Uhr.

Das Problem: Meist ist der Platz dann schon belegt, die Straßenreiniger müssen sich mit ihren Besen und Schaufeln zwischen Autos bewegen. „Wir räumen nur dort ab, wo wir auch drankommen“, betont Anja Wuschof. Kein Wunder also, dass etwas liegen bleibt. Ein temporäres Parkverbot am Tag der Straßenreinigung wäre vielleicht eine Lösung.

Unter Anwohnern fragt man sich ohnehin, warum der Parkplatz nicht längst bewirtschaftet wird, am besten von einem Parkplatzwächter – der sozialen Kontrolle wegen. Aber das wäre eben auch eine Kostenfrage.

EBE, Bahn, Grün & Gruga: Wirrwarr an Zuständigkeiten

Dazu kommt das für die Stadt Essen typische Wirrwarr an Zuständigkeiten. Die Reinigung des Parkplatzes obliegt den Entsorgungsbetrieben. Das Säubern der benachbarten Grünfläche nebst Spielplatz liegt in der Verantwortung von Grün und Gruga, und da der Bahndamm der Deutschen Bahn gehört, ist diese auch fürs Sauberhalten zuständig. „Irgendwas liegt da immer rum“, sagt Anwohnerin Sandra Staszak.

Im Februar vergangenen Jahres initiierte der Bewohnerstammtisch einen Frühjahrsputz. Man hatte die Nase voll von Dreck und Gestank, bewaffneten sich mit Schaufeln, Rechen und Sammelzangen. „Danach sah es picobello aus“, erinnert sich Nada Lazovic. Es hat nicht lange gedauert und alles war wie gehabt.

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