Mietpolitik

Studenten in Essen besetzen Campuswiese mit Protestcamp

Mit dem Protestcamp auf der Campuswiese wollen sich die Studenten für bezahlbaren Wohnraum und studentische Freiräume in der Stadt einsetzen.

Foto: Christof Köpsel

Mit dem Protestcamp auf der Campuswiese wollen sich die Studenten für bezahlbaren Wohnraum und studentische Freiräume in der Stadt einsetzen. Foto: Christof Köpsel

Essen.   Mit einem Protestcamp mitten auf dem Campus wollen Studenten auf steigende Mieten und Wohnungsnot hinweisen. Eine Forderung: Erhöhung des Bafögs.

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Steigende Mieten, fehlender Wohnraum und Studenten, die zum Semesterstart in Notschlafstellen unterkommen müssen, weil sie keine bezahlbare Wohnung finden.

Was vor allem aus Großstädten wie Berlin, Hamburg, Köln oder München bekannt ist, könnte schon bald auch in Essen und im Ruhrgebiet zum Problem werden, meint der Allgemeine Studierendenausschus der Universität Duisburg-Essen (Asta) und hat deshalb auf der Campuswiese ein Protestcamp errichtet, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Teil einer bundesweiten Aktion

Die Aktion ist Teil der bundesweiten Kampagne „Studis gegen Wohnungsnot“ des Freien Zusammenschluss der Studentinnenschaften (fzs) und trifft den Nerv vieler Studenten, wie Alessa Junghänel, Referentin für Sozialpolitik, erklärt: „Wir haben im Mensafoyer eine Umfrage unter Studierenden gemacht und dabei gemerkt, dass wir uns mit dem Thema Wohnen näher beschäftigen müssen.“

Dabei wolle man sich aber nicht ausschließlich auf Studenten konzentrieren, sondern auch andere einkommensschwache Gruppen miteinbeziehen. „Diese lassen sich gar nicht auseinanderdenken“, sagt Max Wernicke, Referent für Kultur und Freiräume.

Vernetzung und Planung stehen im Vordergrund

Ziel des Protests sei es daher, auf die Problematik steigender Mieten in den Städten aufmerksam zu machen, verschiedene Bevölkerungsgruppen zu vernetzen und weitere Proteste zu planen. „Wir wollen dafür unsere Fühler auch in die Stadt ausstrecken“, so Wernicke.

Ebenso setzt sich das Protestcamp für eine Erhöhung des Bafög-Satzes ein, da dieser die Lebensrealitäten vieler Kommilitonen nicht mehr widerspiegele. Auf Plakaten hat der Asta dazu aufgeführt, dass von der 250 Euro Bafög-Wohnungspauschale lediglich in einem von acht Wohnheimen der Stadt ein Zimmer zu bekommen ist.

Studierendenwerk wehrt sich gegen Vorwürfe

Das Studierendenwerk Duisburg-Essen als Betreiber der Wohnheime hat für die Forderung des Astas nach einer Erhöhung des Bafög-Satzes Verständnis, wie Johanne Peito, Sprecherin des Werks, erklärt. Gegen den Vorwurf einer „unsolidarischen Preisgestaltung“, wie ihn der Asta auf einem Flugblatt formuliert, wehrt sich das Studierendenwerk aber.

„Unser Ziel ist es, günstigen Wohnraum für Studierende anzubieten. Doch dabei müssen wir kostendeckend arbeiten“, erklärt Peito. Während die Kosten für die Wohnheime, etwa durch Renovierungen steigen, sei der Anteil an Zuschüssen gleich geblieben. „Das ist eine große Herausforderung für uns“, so Peito.

Die jüngsten Mieterhöhungen habe es im März 2016 und 2017 gegeben. Damals sei die Miete für alle Zimmer um je 20 Euro gestiegen.

Uni zeigt Verständnis für Anliegen des Astas

Aufgebaut haben die Studenten das Protestcamp am Mittwoch auf der Campuswiese ohne Wissen der Universitätsverwaltung. „Es war eine bewusste Entscheidung, eine klassische Besetzungsstrategie“, sagt Referent Max Wernicke.

Von der Uni heißt es dazu, dass man Verständnis für die Anliegen der Studenten habe, aber künftig darum bittet, sich an Anmeldevorgaben zu halten, um Komplikationen zu vermeiden.

>>> Asta berät bei finanziellen Problemen

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Duisburg-Essen bietet eine Sozialberatung für Studenten an.

Dort können sich Studenten über die Möglichkeiten der finanziellen Absicherung eines Studiums informieren, etwa zum Thema Bafög, Wohngeld, Unterhalt oder Einkommensgrenzen.

Sprechzeiten der offenen Sprechstunde in Essen: Montag 12-16 Uhr und Donnerstag 10-14 Uhr. Infos: www.asta-due.de

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