Kriminalität

Trickdiebe erbeuten Tresor mit Geld und Schmuck in Essen

Trickdiebe machten fette Beute bei einer 80-Jährigen in Essen.

Trickdiebe machten fette Beute bei einer 80-Jährigen in Essen.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Essen.  Trickdiebe haben eine 80-Jährige in ein Gespräch verwickelt. Komplizen stahlen den Safe des Opfers. Die Polizei spricht von einem hohen Schaden.

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Mit einer Lügengeschichte haben Trickdiebe das Vermögen einer 80-Jährigen im Essener Stadtteil Überruhr-Hinsel erbeutet. Mehrere Täter stahlen einen Tresor mit Schmuck, Bargeld und Sparbüchern. Ohne Details zu nennen, sprach die Essener Polizei von einem hohen Schaden.

Wie die Behörde am Montag berichtete, schellte ein Pärchen am Freitag gegen 12 Uhr an der Tür des Einfamilienhauses der Seniorin an der Überruhrstraße. Die Frau und der Mann gaukelten der älteren Dame vor, angeblich auf einer Party in der Nachbarschaft etwas vergessen zu haben. Das Duo bat um die Telefonnummer der Nachbarn.

Als die Seniorin den Diebstahl bemerkte, waren die Täter über alle Berge

Die 80-Jährige nahm den beiden Kriminellen die Geschichte ab und ließ sie ins Haus. Dort bat der Mann um Wasser und Brot. Gemeinsam ging man in die Küche. Offenbar gelang es Mittätern so unbemerkt ins Haus zu kommen. Sie suchten nach Beute und stießen auf einen grünen Tresor, den sie mitnahmen. Nachdem auch das Pärchen verschwunden war, bemerkte die Seniorin den Verlust des Safes.

Die Polizei fahndet nun nach den Tätern. Der Mann ist etwa 20 Jahre alt und circa 1,70 Meter groß. Er hat dunkle Haare. Die Frau soll zirka 25 Jahre alt und 1,60 Meter groß sein. Sie trug dunkle Kleidung.

Die Essener Kriminalpolizei sucht Zeugen, die zur Tatzeit im Bereich der Überruhrstraße oder den umliegenden Nebenstraße Beobachtungen gemacht haben. Insbesondere Hinweise auf suspekte Autos, Gruppen oder Personen, die gemeinsam einen Gegenstand trugen, können die Ermittler auf eine Spur bringen. Hinweise nimmt die Polizei Essen unter der Rufnummer 0201/829-0 entgegen.

Die Tricks der Betrüger und Diebe sind vielfältig

Die Polizei warnt: Trickdiebe und -betrüger nutzen die Arglosigkeit vor allem älterer Menschen gerne aus und bestehlen oder betrügen sie in ihren eigenen Wohnungen. Erstes Ziel der Täter ist: Sie wollen eingelassen werden, damit sie mit dem Opfer allein sind. Dann brauchen sie keine Zeugen und keine Hilfe für das Opfer zu befürchten. Mit Ablenkungsmanövern gelingt es ihnen sogar in Anwesenheit des Opfers, dessen Wohnung zu durchstöbern.

Den Zugang zu den Wohnungen und die Hilfe ihrer Opfer erschleichen sie sich beispielsweise

-mit dem Glas-Wasser-Trick: Die Täterinnen täuschen Übelkeit, Schwangerschaft oder Arzneimitteleinnahme vor und fragen nach einem Glas Wasser. Papier-und- Bleistift- Trick: Die Täterinnen oder Täter geben vor, dass sie für einen Nachbarn, den sie angeblich nicht angetroffen haben, eine Nachricht hinterlassen wollen. Sie fragen nach Schreibzeug und Papier und drängen darauf, in der Wohnung schreiben zu dürfen. Oder sie bitten das Opfer, die Nachricht für sie zu schreiben.

-mit dem Blumen- oder Geschenkabgabe-Trick: Die Täterinnen oder Täter wollen für einen angeblich abwesenden Nachbarn Blumen oder ein Geschenk abgeben und drängen darauf, die Blumen zu versorgen, das Geschenk zu verwahren oder eine Nachricht zu schreiben.

Es gibt aber auch andere Beispiele für vorgetäuschte Notlagen: Die Täterinnen oder Täter bitten darum, das Telefon oder die Toilette benutzen oder ein Baby wickeln oder füttern zu dürfen. Sie behaupten, eine Panne, einen Unfall oder eine Erkrankung zu haben. Das Repertoire ist groß.

Zum Schutz gegen Trickbetrug und Trickdiebstahl rät die Polizei: Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür an (Türspion, Blick aus dem Fenster). Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, nutzen Sie die Türsprechanlage. Öffnen Sie die Haus- oder Wohnungstür nicht, wenn Unbekannte geklingelt haben. Bieten Sie bei einer angeblichen Notlage an, selbst Hilfe anzufordern oder das Gewünschte (Schreibzeug,Wasser) holen zu gehen.

Lassen Sie dabei die Haus- /Wohnungstür geschlossen. Nehmen Sie nichts für Nachbarn ohne deren Ankündigung oder Auftrag entgegen. Ziehen Sie bei unbekannten Besuchern Angehörige oder Nachbarn hinzu oder bestellen Sie sie zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist. Wehren Sie sich gegen zudringliche Personen energisch (machen Sie laut auf sich aufmerksam, um Hilfe zu erhalten, zeigen Sie eine abweisende Gestik und Mimik).

Wenden Sie sich an die Polizei, wenn Sie befürchten, Opfer einer Straftat zu werden oder geworden zu sein: Notruf 110!

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