Tempoverstöße

Weniger Unfälle: Sind die Tage der A40-Blitzer gezählt?

Allein im Januar 2019 wurden 8000 Autofahrer an der Buderuskurve der A40 geblitzt, weil sie zu schnell fuhren. Insgesamt geht dort aber die Zahl der Tempoverstöße zurück.

Allein im Januar 2019 wurden 8000 Autofahrer an der Buderuskurve der A40 geblitzt, weil sie zu schnell fuhren. Insgesamt geht dort aber die Zahl der Tempoverstöße zurück.

Foto: Vladimir Wegener

Essen.   Die neuen Blitzer an der A40-Buderuskurve haben Essen Einnahmen in Millionenhöhe gebracht. Inzwischen gibt es weniger Verstöße und Unfälle.

Die vor mehr als drei Jahren installierten Super-Blitzer an der Buderuskurve der A40 in Höhe Kray bringen der Stadt Einnahmen in Millionenhöhe. Aber wie lange noch? Die Zahl der Tempoverstöße sinkt deutlich. Und die Zahl der Unfälle nimmt ebenfalls ab. Wurden 2010 noch 74 Unfälle gezählt, so waren es im Vorjahr nur noch 28. Dabei gab es „nur“ einen Leichtverletzten. „Die Buderuskurve ist aktuell kein Unfallbrennpunkt mehr“, erklärt der Sprecher der Autobahnpolizei, Markus Niesczery, auf Anfrage dieser Redaktion.

Die Autobahn-Unfallkommission, in der Vertreter der Autobahnpolizei, der Düsseldorfer Bezirksregierung und von Straßen NRW sitzen, will vorerst weiter eine Kontrolle, um Unfälle zu verhindern. Die Buderuskurve war im Jahre 2000 von ihr als Unfallhäufungsstelle eingestuft worden. Deshalb wurden die Radarkästen installiert, die aber später wieder abgebaut werden mussten, weil keine Sensoren in der neuen offenporigen Flüsterasphalt-Decke eingebaut werden konnten.

282.000 Autofahrer fuhren auf der A40 zu schnell

Im Dezember 2015 wurden dort stattdessen vier sogenannte Super-Blitzer im Knick der A40 aufgebaut, jeweils zwei für eine Fahrtrichtung. Es handelt sich dabei um den je 260.000 Euro teuren „TraffiStar S350“, der mit einem hochauflösenden Scanner die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos in beide Fahrtrichtungen misst. Wer zu schnell ist, wird geblitzt.

Im April 2017 musste eine der vier Radar-Säulen wegen des Baus von Lärmschutzwänden abmontiert werden. Die zweite Radar-Säule in Fahrtrichtung Duisburg blieb aber weiterhin in Betrieb. Im gleichen Jahr wurden zwar zwei Blitzer von Vandalen beschädigt, doch die konnten schnell von der Herstellerfirma wieder repariert werden. „Danach gab es keine weiteren Zwischenfälle“, berichtete Rathaus-Sprecherin Jasmin Trilling.

Jetzt hat die Stadt Essen auf Anfrage dieser Redaktion Bilanz gezogen: Von Dezember 2015 bis einschließlich Januar 2019 wurden über 282. 000 Autofahrer von den TraffiStar-Anlagen an der A40 wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt. Die Stadt nahm hier mehr als zwei Millionen Euro an Bußgeldern ein.

Stadt Essen nahm über zwei Millionen Euro ein

Doch inzwischen gehen die Zahlen der Verstöße zurück, weil immer mehr Autofahrer die Radarfalle an der A40 kennen. Wurden 2016 noch 110.000 Geschwindigkeitsüberschreitungen geahndet, so waren es im Jahr darauf nur noch 75.000 und 2018 etwa 72.000. „Dass der Trend zurück geht, ist von uns ausdrücklich gewünscht“, betonte Jasmin Trilling.

Wann genau die vierte Radar-Säule wieder an der A40 scharf gestellt wird, um den zweiten Blitzer Richtung Duisburg zu unterstützen, ist noch nicht klar. Die Anlage wurde zwischenzeitlich vor dem Tunnel Huttrop an der A52 eingesetzt. Dort kam es während der Sanierungsarbeiten im Tunnel immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil viele Autofahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern missachteten. Zwischen November 2017 und April 2018 wurden über 38.600 Autofahrer, die zu schnell in den Tunnel fuhren, ertappt. Sie mussten insgesamt 683.000 Euro an die Bußgeldstelle der Stadt Essen zahlen.

Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres wurde der teure Super-Blitzer abgeschaltet, weil die Bauarbeiten abgeschlossen waren. Seitdem steht er ungenutzt und abgedeckt vor der Tunneleinfahrt.

>> IN DER REGEL TEMPO 100 AN DER BUDERUSKURVE

  • An der A40-Buderuskurve ist in der Regel Tempo 100 erlaubt.
  • Bei Stau oder schlechten Witterungsverhältnissen gilt aber mitunter eine geringere Höchstgeschwindigkeit, die auf den elektronischen Anzeigetafeln angegeben wird und von den Autofahrern beachtet werden muss.
  • Das aktuelle Tempolimit wird automatisch an die städtische Verkehrsleitstelle weitergeleitet, die die Super-Blitzer darauf umstellt.

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