„Arschbomben“-Wettbewerb

Wie das Welterbe Zollverein in Essen populärer werden will

Arschbomben-Wettbewerb im Werksschwimmbad Kokerei Zollverein. Vielen jungen Leuten hat es Spaß gemacht.

Arschbomben-Wettbewerb im Werksschwimmbad Kokerei Zollverein. Vielen jungen Leuten hat es Spaß gemacht.

Foto: Sven Lorenz

Essen.   Erstes Sommerfest für junge Leute auf dem Welterbe adelte die „Arschbombe“ zum Wettbewerb und forderte beim Parkour Jam akrobatische Fähigkeiten.

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Laut klatschen und hoch spritzen – das sind zwei wichtige Anforderungen an die perfekte „Arschbombe“. Gemeint ist der „Paketsprung“ wie es etwas vornehmer heißt, wenn der Springer mit dem Gesäß zuerst das Wasser berührt. Für Jugendliche ein großer Spaß und seit Beginn der Sommerferien eine der Lieblingsbeschäftigungen am Werksschwimmbad auf der Kokerei Zollverein. Am Sonntag wurde das bunte Tohuwabohu am Beckenrand sportpädagogisch geordnet und zu einem offiziellen „Arschbomben“-Wettbewerb geadelt. Ein Parkour Jam rundete das Sommerfest ab, zu dem vor allem junge Leute aus den umliegenden Stadtteilen kamen.

Von 13 bis 18 Uhr konnten die Jugendlichen zeigen, was sie drauf haben. An der Parkour-Anlage und am Werkschwimmbad liefen die Jungen und Mädchen zu sportlichen Höchstleistungen auf, immer unter der fachlichen Anleitung von Sportpädagogen und den kritischen Augen der Jury.

Der Standort fasste populäre Formate früher eher mit spitzen Fingern an

Deren Mitglieder, Hans-Peter Noll, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein, Rudolf Jelinek, 1. Bürgermeister, und Michael Zühlke, Bezirksbürgermeister in der Bezirksvertretung VI – Zollverein, bewerteten in drei Wettkampfdurchgängen die besten Sprünge und fällten schließlich ihr Urteil. Gewinner des ersten Durchgangs wurde bei den Mädchen Ylva Petensen, bei den Jungen Luca Littawe. Pokale und Urkunden trugen die stolzen Gewinner über das Welterbegelände nach Hause.

Mit dem „Arschbomben“-Contest im Werksschwimmbad und dem Parkour-Jam auf der neuen Parkour-Anlage fand zum ersten Mal ein Sommerfest für Jugendliche auf Zollverein statt. Der Standort fasste populäre Formate bislang eher mit spitzen Fingern an, stand mehr für Strukturwandel, Kunst und Kultur. „Das schließt sich doch nicht aus“, findet Hans-Peter Noll, seit kurzem Chef der Stiftung Zollverein und somit neuer Generalmanager des Geländes. Er selbst hat das Sommerfest und den „Arschbomben“-Wettbewerb ins Leben gerufen.

Das Welterbe soll seinen Insel-Charakter im Essener Norden möglichst verlieren

„Zollverein und das Quartier“ ist eins der fünf Leitthemen, die sich Noll auf die Fahne geschrieben hat. Unter diesem Motto soll die Entwicklung der umliegenden Stadtteile durch unterschiedliche Aktivitäten auf dem Gelände gefördert werden, das Welterbe seinen Insel-Charakter möglichst verlieren. „Dabei versteht sich die Stiftung als Akteur und Moderator, damit die positiven Effekte von Zollverein aus in die Nachbarschaft strahlen: von Beschäftigung über strukturelle Erneuerung“, so Noll.

Außerdem wolle man ein lebendiger Ort für junge Erwachsene sein. Gestern wurde das durchaus eingelöst. Das Werksschwimmbad und die Parkour-Anlage hatten erkennbar eine hohe Anziehungskraft auf junge Leute, die sich sportlich messen wollen.

Hindernisse auf akrobatische Weise meistern

Bei einem Parkour Jam geht es darum, Hindernisse auf akrobatische Weise zu meistern. Bezirksbürgermeister Zühlke zeigte sich beeindruckt: „Was die Traceure hier liefern, ist beeindruckend: Die wollen nach oben, sind hochprofessionell und leistungsorientiert.“ Zühlke wollte dies sinnbildlich für die Zollverein-Stadtteile verstanden wissen, die von ähnlichen Werten getrieben seien. „Ich freue mich, dass Jugendliche mit der neuen Trainingsanlage einen Anlaufpunkt auf Zollverein haben.“

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